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Erster Blick auf Photoshop 6.0

29.08.2000 | 00:00 Uhr |

Mit den umfassendsten Neuerungen seit dem Update auf Version 2.0 hat Adobe die Bildbearbeitungssoftware Photoshop 6.0 ausgestattet.

Auf der Seybold in San Francisco hat Adobe Version 6 von Photoshop offiziell vorgestellt. Mit der Neuausgabe des Bildbearbeitungsklassikers steht weniger Kosmetik, sondern vielmehr eine neue Version mit etlichen Änderungen ins Haus. Macwelt-Autor Mike Schelhorn hat bereits einen ersten Blick auf Photoshop 6 geworfen

Der Bildbearbeitungsklassiker erscheint diesen Herbst sprichwörtlich im neuen Gewand, denn Adobe hat Photoshop innen wie außen kräftig umgebaut. Für Anwender, die seit langem mit der Software vertraut sind, können wir aber Entwarnung geben - man kommt mit der neuen Oberfläche von Photoshop schnell zurecht. Die meisten Neuerungen zeigen sich bei der Vektorbearbeitung, während sich bei der langjährigen Domäne des Programms, der Pixel-Bearbeitung, nicht viel ändert.

Die Oberfläche

Die auffälligste Neuerung ist die kontextsensitive Leiste mit den Werkzeugoptionen, die standardmäßig gleich oben unter der Menüzeile sitzt. Wechselt man ein Werkzeug, passt das Programm den Inhalt dieser Leiste an. Zusätzlich zu den bekannten Einstelloptionen kann man bei Werkzeuggruppen wie den Auswahlwerkzeugen auch direkt in der Leiste zu einem artverwandten Werkzeug wechseln.

Die Werkzeugoptionenleiste benötigt selbstredend Platz auf dem Bildschirm. Ab einer Auflösung von 800 x 600 Bildpunkten darf man daher nun andere Paletten darin "parken". Im so genannten Paletten-Pool stehen sie dann über ihre Karteireiter auf Mausklick abrufbereit. An diese Arbeitsweise gewöhnt man sich schnell und zieht den Paletten-Pool bald der lästigen Herumschieberei einzelner Paletten vor.

Wählt man eines der Werkzeuge, für die Photoshop Werkzeugspitzen bereitstellt, finden sich Letztere nun mit den weiteren Optionen zusammengefasst. Die Anzeige dieser Spitzen klappt man jetzt einfach aus der Werkzeugoptionenleiste aus. Dabei kann man zwischen verschiedenen Ansichten der Werkzeugspitzen umschalten: Neben einer großen und einer kleinen Thumbnail-Darstellung gibt es eine Textversion der Werkzeugspitzenbestände.

Ebenen organisiert

Besonders Web-Designer dürfen sich über die Neuerungen der Ebenenverwaltung freuen. Die Obergrenze von bisher 99 Ebenen entfällt, und theoretisch stehen unbegrenzt viele Ebenen bereit. In der Praxis ist zumindest der Umgang mit bis zu 500 Ebenen schon in der Betaversion von Photoshop möglich.

Bei so vielen Ebenen ist es nützlich, diese besser zu organisieren, weshalb man in Photoshop 6.0 Ebenen in Gruppen zusammenfassen kann. Solche Gruppen lassen sich durch verschiedene Farben kennzeichnen und gegen Änderungen, etwa der Transparenz oder der Position auf der Arbeitsfläche, sperren. Dazu stehen im Kopfteil der Ebenenpalette verschiedene Symbole bereit. Ebenengruppen lassen sich auch in Kombination bearbeiten oder gemeinsam mit einer Ebenenmaske und einem Beschneidungspfad versehen. Ebeneneffekte, die man auf weitere Ebenen oder Ebenengruppen anwenden will, zieht man in der Ebenenpalette einfach auf die Zielebene.

Vektorebenen und -formen

Die wohl wichtigste Neuerung der Version 6.0 ist die erweiterte Vektorbearbeitungsmöglichkeit. Was sonst nur High-End-Anwendungen aus der professionellen Druckvorstufe beherrschen, hält nun Einzug in Photoshop: Vektor- und Pixel-Elemente lassen sich in einer Datei vereinen und bearbeiten. Bei der Druckausgabe werden Vektorelemente dabei auch als solche aufbereitet - die grobe Rasterung beispielsweise
von Text mit dem qualitätsmindernden Treppeneffekt ist nicht mehr notwendig.

Für verschiedene Vektorgrundformen stellt Photoshop in der Werkzeugpalette auch neue Werkzeuge bereit. Damit lassen sich Rechtecke, Ellipsen, Polygone und Linien erstellen, zudem steht ein Werkzeug für eigene Freiformen bereit. In so genannten Formenbibliotheken speichert man eigene Vektorformen, von denen Adobe bereits einige mitliefert.

Verschiedene aus Illustrator bekannte Elemente finden sich nun auch in Photo-shop wieder. So gibt es das Direktauswahlwerkzeug, und auch die Grundelemente der Pathfinder-Palette sind in der Bildbearbeitung integriert. Sie erlauben das Kombinieren von Vektorformen mit den Pathfinder-Kommandos "Hinzufügen", "Abziehen", "Schnittmenge bilden" und "Schnittmenge abziehen".

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