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Erster Blick auf iTunes 4.5

28.04.2004 | 16:21 Uhr |

Pünktlich zum einjährigen Jubiläum des iTunes Musicstore hat Apple heute iTunes 4.5 zum Download bereitgestellt. Wir werfen einen ersten Blick auf die Neuerungen.

Die sinnvollste Neuerung in iTunes 4.5 ist die Druckfunktionalität. Diese erlaubt es, Booklets in allen Variationen (mit und ohne CD-Cover-Bild oder Cover-Bildern von allen auf der CD enthaltenen Songs), Playlisten in beliebiger Sortierung und Album-Listen inklusive CD-Cover-Bild auszudrucken. Die Bedienung ist extrem einfach und der Anwender bekommt eine Vorschau wie das Cover aussehen wird. Einziges Manko: Inlay-Cards, die Rückseiten und Rücken von Jewelcases, stehen nicht zur Auswahl.

Auch neu hinzugekommen: Die Party-Jukebox. Hierbei handelt es sich um eine dynamische Wiedergabeliste, die iTunes automatisch aus einer frei wählbaren Quelle - Bibliothek oder eigene Wiedergabelisten - immer neu befüllt. Natürlich kann der Anwender auch Songs oder Listen manuell hinzufügen neu anordnen oder aus der Liste entfernen. Bereits gespielte Songs zeigt iTunes in Grau an: Sofern die Partygäste ein Stück nochmals hören wollen, kann der DJ diesen Wunsch mit einem Klick erfüllen, ohne die Songauswahl neu zusammenstellen zu müssen.

Die dritte große Neuerung ist der Apple Lossless Encoder, Apple hat das Flehen der Audiophilen erhört. Verlustlos komprimierte Musikdateien tragen wie selbst encodete AAC-Dateien die Dateiendung "m4a", sind etwas weniger als halb so groß wie im originalen AIFF-Format. Sie sind etwas mehr als viermal größer als jeweils in Standardeinstellungen komprimierte MP3- respektive fünfmal größer als AAC-Dateien und belegen auf der Festplatte etwa 5 MB pro Minute (AAC/MP3: rund 1 MB/min, AIFF: 10 MB/min). Lossless komprimierte Stücke spielen iPods der dritten Generation nach einem Firmware-Update ab.

Wer seinen Musikgeschmack anderen iTunes-Nutzern präsentieren will, kann seine Kompilationen nun im iTunes Musicstore publizieren. Apple hat in seinem virtuellen Musikgeschäft eine eigene Haupt-Rubrik namens "iMix" eingerichtet, in der sich Musikliebhaber austauschen sollen. Die einzelnen Songs der Wiedergabelisten lassen sich in bekannter Manier als Appetithappen in Auszügen abspielen, Einwohner der USA können diese per Mausklick kaufen.

In das iTunes-Fenster haben die Entwickler neben den Feldern "Interpret", "Album" und "Titel" Direktverlinkungen in den iTunes Musicstore platziert. Wenn man ein Stück eines Interpreten mag und sehen will, was dieser sonst noch kreiert hat, kann man das nun mit einem Klick tun, ohne den Namen über die Suchmaske eingeben zu müssen. Dieses Feature ist - genau wie Web-Radio und Party-Jukebox - in den Voreisntellungen abschaltbar.

Die 30-Sekunden-Hörproben aus dem iTunes Musicstore lassen sich nun direkt per Drag-and-drop in eigene Playlisten oder in die Bibliothek ziehen. Leider handelt es sich hierbei nur um einen Verweis und nicht um die reale 30-Sekunden Hörprobe, eine bestehende Online-Verbindung ist also zwingend nötig. Sehr elegant gelöst: Nach Kauf des Titels wird der Verweis auf die Hörprobe einfach mit dem ganzen gekauften Stück ersetzt.

Eine weitere Neuerung sind die Option "Compilations in der Übersicht gruppieren", mit der Kompilationen und die entsprechend gekennzeichneten Dateien im Übersichts-Modus als eigener Punkt auftauchen.

In iTunes 4.5 für Windows ist nun auch der Import von nicht DRM-geschützten WMA-Dateien und die Konvertierung in AAC möglich. Damit ist iTunes zwar nicht mit anderen Musicstores kompatibel, die auf WMA mit Digital Rights Management setzen, aber eine Transcode-Option macht die Dateien immerhin auf dem iPod abspielbar. Leider ist die Funktion nur für Windows verfügbar, was nahe legt, dass Apple dafür Microsofts Windows Media Framework verwendet, das in dieser Form auf dem Mac nicht existiert. Für den Mac erledigt diese Aufgabe das Tool :Easy WMA.

Negativ fällt uns die Inkompatibilität des Musik-Sharing im internen Netzwerk mit älteren iTunes-Versionen auf. Erfreulich ist hingegen, dass man nun fünf statt vormals drei andere Rechner zum Abspielen von im iTunes Musicstore gekaufter Musik autorisieren kann. Die Anzahl, wie oft eine unveränderte Playlist gebrannt werden kann wurde hingegen von zehn auf sieben reduziert, die individuellen gekauften Songs sind natürlich weiterhin unbegrenzt oft brenn- und auf beliebig viele iPods transferierbar.

Den iTunes Musicstore selbst hat Apple zusätzlich zur iMix-Kategorie erweitert: Unter "Disney" sind nun alle Soundtracks zu Disney-Filmen zu finden, die neue Sektion "Radio Charts" listet die Charts hunderter amerikanischer Radiosender. Es gibt eine neue Sektion für komplette Musikvideos, die jedoch nur als Teaser für die Musikstücke dienen und nicht käuflich sind. Apples populäre Quicktime-Filmtrailerseite ist nun auch komplett über den iTunes Musicstore erreichbar.

Info: http://www.apple.de/itunes/download/

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