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Erster Spatenstich für weitere AMD-Chipfabrik in Dresden

20.11.2003 | 17:05 Uhr |

US-Halbleiterkonzern Advanced Micro Devices (AMD) baut für 2,4 Milliarden Dollar (rund zwei Mrd Euro) eine zweite Chipfabrik in Dresden.

Das Werk solle bis 2006 die Produktion aufnehmen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Dresden zum symbolischen ersten Spatenstich mit. Insgesamt sollen 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Bund und der Freistaat Sachsen übernehmen für rund 80 Prozent eines notwendigen Kredites in Höhe von 700 Millionen Dollar die Bürgschaft. Der Bund trägt 60 Prozent, das Land 40 Prozent. Dazu soll das Unternehmen an Zulagen und Zuschüssen durch Bund und Freistaat rund 500 Millionen Dollar erhalten, die von der EU-Kommission genehmigt werden müssen. Sachsen beteiligt sich außerdem über eine landeseigene Tochtergesellschaft mit rund 200 Millionen Euro an der Finanzierung des Projektes.

Vor allem jüngste Erfolge der neuen so genannten 64-Bit- Prozessoren sind nach Angaben von AMD Anlass für die Erweiterung der Fertigungskapazitäten. "Die positiven Reaktionen unserer Kunden und die zunehmende Nachfrage nach AMD64-Produkten sind ein deutliches Zeichen dafür, dass es jetzt an der Zeit ist, unsere Fertigungskapazitäten zu erweitern", sagte AMD-Chef Hector Ruiz. "Silicon Saxony wird die Technologiehauptstadt Europas."

Auf dem 36 Hektar großem Gelände entstand bereits 1996 die erste AMD-Chipfabrik, die bislang einzige Fertigungsstätte des Konzerns außerhalb der USA. Im vergangenen September hatte das Unternehmen den weltweit ersten PC-Prozessor mit der neuen Technologie vorgestellt. Damit bietet das Unternehmen noch vor dem großen Konkurrenten Intel auch Endanwendern Chip-Leistungen, die bislang nur großen Servern in Unternehmen vorbehalten waren. Mit der entsprechend größeren Speicherkapazität können zum Beispiel Spiele deutlich detailreicher entwickelt sowie schnell und ruckelfrei gespielt werden.

Intel, AMD-Erzrivale und mit großem Abstand Marktführer, hatte bislang argumentiert, dass die Produktion der neuen Chips nicht sinnvoll sei, da es noch keine Software gebe, die die Technologie auch nutzen kann. Den Zuschlag für den Bau der zweiten AMD-Fabrik erhielt die Jenoptik-Tochter M+W Zander (Stuttgart). Das Auftragsvolumen liege bei rund 380 Millionen Euro, teilte das Unternehmen in Jena mit. Jenoptik war in den vergangenen Jahren bereits an allen Großprojekten der Halbleiterindustrie in Sachsen beteiligt und baute auch das erste AMD-Werk.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) nannte das Engagement von AMD ein wichtiges Signal für den Innovationsstandort Deutschland. "Solche Innovationen bilden die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung. Die Entscheidung für Dresden wird dazu beitragen, eine neue Wachstumsdynamik in unserem Land in Gang zu setzen." Dresden habe sich in den vergangenen Jahren durch staatliche Investitionen zum bedeutendsten Standort für Mikroelektronik in Europa entwickelt. In Sachsen gibt es rund 765 High-Tech-Unternehmen mit mehr als 20 000 Beschäftigten. Allein in Dresden sind mehr als 11 000 Menschen in der Halbleiterindustrie beschäftigt.

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