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Erster Test: iBook 500 mit DVD-Laufwerk

07.05.2001 | 00:00 Uhr |

Kaum größer als ein DIN-A4-Papier und im schneeweißen Design gehalten, sieht das neue iBook wie ein kleiner Bruder des Powerbook G4 aus. Was es leistet, zeigt unser Test.

Eines der ersten neuen iBooks konnten wir in unserem Testcenter unter die Lupe nehmen, vorerst jedoch erst in der US-Version. Sobald das lokalisierte iBook zu haben ist, testen wir das Gerät nach. Erfahrungsgemäß ist kein großer Geschwindigkeitsunterschied zwischen der US- und der deutschen Version des iBooks zu erwarten, deshalb gibt unser Test einen guten Eindruck über das neue iBook.

Das neue Gehäuse

Fast auf die Größe eines DIN-A4-Papiers gebracht hat Apple die Grundmaße des neuen iBooks. Das Gerät ist nun deutlich kleiner als sein Vorgänger, hat aber auch an Robustheit eingebüßt.Die Verarbeitungsqualität könnte besser sein: Bei zugeklapptem Gehäuse steht der rechte Rand etwas ab, auch der Schlitten des CD-Laufwerks macht auf uns einen wackligen und billigen Eindruck. Leicht verlieren kann man die vier Gummifüße des iBooks, man sollte sie besser gleich festkleben. Bis auf den Stromanschluß, neben dem CD-Laufwerk auf der rechten Seite, sind alle Anschlüsse an der linken Seite angebracht. Auch ein eingebautes Mikrofon bietet das iBook, während sein Vorgänger ohne auskommen mußte.

An der rechten Seite des iBook ist das CD-Laufwerk untergebracht, das keinen eigenen Knopf zum Ausfahren des Schlittens besitzt. Über die Auswurf-Taste der Tastatur lässt sich der CD-Schlitten öffnen, allerdings muss man die Taste mehrere Sekunden gedrückt halten. Apple will so verhindern, dass der CD-Schlitten versehentlich ausgefahren wird.

Die neue Ausstattung

Bis auf das neue Gehäuse und der besseren Ausstattung hat Apple technisch am iBook nicht viel geändert. Gleich gegenüber dem Vorgänger ist der Grafikchip ATI Rage Mobility 128, der auf 8 MB Videospeicher zugreift und einen 66 MHz schnellen AGP-Bus nutzt. Auch mit dem AV-Ausgang, der gleichzeitig als Kopfhöreranschluß dient, kann der Vorgänger dienen. Allerdings packt Apple nun nicht mehr, wie beim Vorgängermodell, einen passenden Adapter auf Composite bei. Der Arbeitsspeicher des neuen iBooks tauscht wie bisher Daten mit dem Prozessor über einen 66 MHz schnellen Systembus aus. Auch die Festplatte hängt weiterhin an einer 33 MHz schnellen Ultra-ATA-Schnittstelle. Trotzdem kann das neue iBook mit deutlich besserer Geschwindigkeit als sein Vorgänger auftrumpfen. Das liegt zu einem an den 500 MHz schnellen G3-Prozessor, der wie sein Vorgänger einen internen 256 KB großen Level-2-Cache benutzt. Letzterer arbeitet mit vollem Prozessortakt, während ein Level-2-Cache, der nicht auf dem Prozessor integriert ist, meist nur mit halben Prozessortakt oder weniger auskommen muss.

Neu bei den iBooks ist das CD-RW-Laufwerk des "größten" iBooks, das es im Handel gibt, und das Kombilaufwerk für DVD und CD-RW, welches das Flaggschiff der iBooks bietet. Letzteres Gerät bekommt man allerdings bislang nur über den Apple Store. Unser Testgerät kommt mit dem DVD-Laufwerk Matsushita SR-8176, das DVD-Medien mit bis zu 8facher Geschwindigkeit abspielen kann. Das Vorgängermodell Matsushita SR-8174 schafft eine bis zu 6fache Geschwindigkeit. Mit bis zu 24facher Geschwindigkeit beim lesen von herkömmlichen CDs ist das DVD-Laufwerk des neuen iBooks so schnell wie das DVD-Laufwerk seines Vorgänger. Die Angaben decken sich auch mit unseren Testergebnissen :Während bei CD-R und CD-RW-Medien die Laufwerke annähernd gleichschnell sind, zeigt das DVD-Laufwerk des neuen iBooks bei DVD-Medien eine deutlich höhere Geschwindigkeit.

Die Grafikleistung des iBooks

"Wie nett, ein Mäusekino" war der erste Eindruck eines Macwelt-Kollegen, als er die Oberfläche von Mac-OS 9.1 auf dem 12,1 Zoll großem Display des neuen iBooks sah. In der Tat erscheinen die Icons des klassischen Mac-OS klein auf den Bildschirm. Der Grund ist die hohe Auflösung von 1024 x 768 Pixel, die das neue iBook nun bietet. Der Vorgänger kommt nur mit 800 x 600 Pixeln aus, die sich beim neuen iBook auch einstellen lassen. Dem Display liegt Mac-OS X schon eher. Das neue Betriebssystem erscheint wie maßgeschneidert für den Bildschirm des kleinen Portablen. Über einen mitgelieferten Adapter lässt sich nun ein VGA-Monitor am iBook anschließen. Der externe Monitor spiegelt dabei das Bild des iBook-Displays, zwei unterschiedliche Bildschirminhalte lassen sich nicht anzeigen. Die Auflösung auf dem externen Monitor beträgt wie beim iBook-Display entweder 800 x 600 oder 1024 x 768 Pixel.
Mit dem ATI Rage Mobility 128 kommt beim neuen iBook der gleiche Grafikchip wie bei seinem Vorgänger zum Einsatz. Die höhere Prozessorleistung zeigt seine Wirkung bei der Geschwindigkeit der 2D-Grafikanwendungen wie scrollen und zoomen. Anders bei 3D-Anwendungen, auf die der Prozessor kaum Einfluss hat. Während im Rave-Modus die Grafikleistung deutlich besser als beim Vorgänger ist, hinkt die Geschwindigkeit im Open-GL-Modus hinterher.

Mac-OS X und das iBook

Für Mac-OS X sollte der Rechner für das neue Mac-OS mit mindestens 128 MB ausgestattet sein, das "kleinste" iBook kommt hingegen mit mageren 64 MB, die auf die Hauptplatibe gelötet sind. Auf allen anderen iBooks hat Apple 128 MB RAM verlötet. Ein SO-DIMM-Steckplatz bietet eine Aufrüstmöglichkeit für mehr Arbeitsspeicher. Diesen Steckplatz findet man auch in den älteren iBooks, den Powerbooks G4 Serie und im iMac der ersten Generation. Die Speichermodule dieser Rechner passen auch in das iBook.

Fazit

Überfällig war ein neues iBook, denn das bisherige Modell war das älteste Produkt in Apples Angebot. Apple wendet sich ab vom quietschbunten Kinderzimmer-Rechner hin zu einem schlichterem Design, das an dem neuen Powerbook angelehnt ist. So traut sich nun zwar auch manch Erwachsener mit dem iBook auf die Straße, dafür büßt der neue "tragbare iMac" an der Robusheit des Vorgängers ein. Dafür wird man mit einer deutlichen Geschwindigkeitssteigerung und einer besseren Erweiterbarkeit belohnt. mas

Die Testergenisse im Detail...

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