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Erstes Fazit zur Rede von Steve Jobs

07.01.1998 | 00:00 Uhr |

Den vielleicht wichtigsten Punkt im Rahmen seiner Eröffnungsrede zur Macworld Expo in San Francisco brachte Steve Jobs am Ende. Daß Apple wieder mit Profit arbeitet und im letzten Quartal bei einem Umsatz von 1,575 Milliarden Dollar rund 45 Millionen Dollar Ertrag hängen blieben, kündigte Apples Interims-Chef fast wie eine Fußnote an. Mit der Rückkehr in die Gewinnzone ist die Talsohle durchschritten. Ein hörbares Aufatmen geht durch die gesamte Mac-Szene. Wie immens wichtig diese Nachricht ist, zeigt ein Rückblick: Einen Gewinn konnte der Mac-Hersteller zuletzt im vierten Quartal des Geschäftsjahres 1995/96 (Juli bis September 1996) verzeichnen; er belief sich damals auf 25 Millionen Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr 1995/96 lief damals aber ein Verlust von 816 Millionen Dollar auf. Dem folgten im Geschäftsjahr 1996/97 weitere erschreckende 1,045 Milliarden Dollar und der Absturz nahezu ins Bodenlose.
Die Rückkehr zur Profitabilität war erklärtes Ziel von Jobs, als er im September 1997 wieder für eine Übergangszeit (die immer noch andauert) den Apple-Chefsessel erklomm. Mit harten Einschnitten und einer schlankeren Produktlinie ist dieses Ziel erreicht. Zukunftsweisend könnte die Ankündigung von Oracle sein, die eigene Client-Software komplett auf den Mac zu portieren. Hier tun sich für Apple wichtige Geschäftsfelder auf; dem NC, einem Lieblingskind von Oracle-Boß Ellison, sind beide Firmen näher gekommen.
Bleibt die beruhigende Erkenntnis, daß sich Steve Jobs nicht scheut, hochgesteckte Erwartungen zu enttäuschen, und lieber Fakten präsentiert als Visionen zu verkünden. Jobs tut damit das, was Apple dringend benötigt - ein neuer CEO, der möglicherweise wieder alles umkrempeln würde, wäre da nur im Wege. sh/ab

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