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Erstkontakt mit UMTS

15.03.2004 | 11:06 Uhr |

Ende April werden erste Mac-Lösungen für den Mobilfunk der dritten Generation verfügbar sein. In unserem Praxistest in Berlin überzeugte die Lösung von Vodafone und Nova Media mit Datendurchsatz am technischen Maximum.

von Ole Meiners

Für Powerbook-Benutzer beginnt im Frühling das UMTS-Zeitalter. Wie der Berliner GSM-Spezialist Nova Media im Gespräch mit der Macwelt mitteilte, wird die neue Version des Programms "Mobile High Speed" die Versionsbezeichnung 3G erhalten und neben der Vodafone Connect Card UMTS auch die PC-Card Novatel Merlin UMTS / WCDMA sowie die ersten Handys der dritten Generation unter-stützen, für die bislang kein Mac-Treiber verfügbar ist. Hierzu zählen die Telefone A820, 830, 845i, 920, 925 von Motorola, Sony Ericsson Z 1010, Nokia 7600 und das Samsung SGH-Z100. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Unterstützung weiterer Datenkarten und Handys", so Volker Kohl, Geschäftsführer von Nova Media. Die Vollversion wird über den Fachhandel oder direkt unter www.novamedia.de ab 87 Euro (inkl. MwSt) erhältlich sein, ein Update kostet regist-rierte Anwender 46,34 Euro.


Bei einem ersten Praxistest in Berlin in Zusammenarbeit mit dem "Tagesspiegel" über-zeugte das UMTS-Netz von Vodafone und die Connect Card mit einem starken Datendurch-satz knapp am technischen Download-Maximun von 384 kBit/s - fast sechsfache ISDN- respktive halbe DSL-Geschwindigkeit (360 kBit/sec) sogar im fahrenden Auto ohne ex-terne Antenne. Damit ist auch die Darstel-lung von Streaming-Media-Inhalten in guter Qualität möglich. Der Dienst ist jedoch nicht billig: Der Kunde kann wählen, ob nach Datenmenge oder Online-Zeit abgerechnet werden soll. Im kleinsten Vodafone-Tarif mit einem Inklusivvolumen von zwei Stunden oder zehn Megabyte für 11,60 Euro pro Monat gibt es Datennachschlag im Zehn-Minuten-Takt für 2,20 Euro oder im 100-kB-Block für 22 Cent. In die Praxis umgerechnet heißt das: Die Hauptausgabe der Tagesschau (15 Minuten, 23,8 MB) kostet 4,40 Euro bei Abrechnung nach Zeit - oder 52 Euro im Datentakt.
Die Abrechnung nach Datenvolumen lohnt sich damit nur für Anwender, die lange Zeit im Netz präsent sein wollen, aber wenig Da-tenaufkommen haben. Wer auf Multimedia-Inhalte zurückgreifen will, fährt mit dem Zeittakt deutlich besser. Die Datenkarte selbst kostet im Vodafone-Shop ohne Ver-tragsbindung 861 Euro (mit Vertrag minimal 128 Euro) und gewährleistet auch den naht-losen Übergang in den GPRS-Modus, wenn bei-spielsweise das UMTS-Netz nicht verfügbar ist. Hergestellt wird die Karte vom belgi-schen Anbieter Option exklusiv für Vodafone. Die anderen deutschen Mobilfunkanbieter werden voraussichtlich zur Cebit ihre Netze ebenfalls dem Privatkunden öffnen, dann sollen dem Vernehmen nach auch Telefonie-Dienste zur Verfügung stehen.

Für iBook-Benutzer, die mit UMTS liebäu-geln und wegen des fehlenden PC-Card-Steckplatzes ein 3G-Handy einsetzen wollen, rät Nova Media zum Verzicht auf den Kurz-streckenfunk Bluetooth, jedenfalls in der aktuellen Version. "Das entsprechende Pro-tokoll ermöglicht nur eine Übertragungsrate von maximal 80 Kilobit in der Sekunde", er-klärt Volker Kohl und empfiehlt deswegen den Anschluss mit einem USB-Datenkabel, um die UMTS-Geschwindigkeit auch voll nutzen zu können. Vorteil einer Handy-Lösung sei aber der geringere Stromverbrauch am Notebook. Da eine PC-Card über den Akku im Powerbook mit Strom versorgt wird, sinkt die durchschnittliche maximale Laufzeit um rund 20 Prozent. Damit bleibt die ausreichende Versorgung mit Energie das größte Handicap beim mobilen Arbeiten.

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