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Firefox 8 blockt unerwünschte Add-Ons

14.08.2011 | 17:07 Uhr |

Ob Vor-Version, Neuinstallation oder Upgrade: der kommende Firefox wird alle Add-Ons von Drittherstellern deaktivieren und nur bei Zustimmung des Anwenders freischalten.

Für viele Firefox-Anwender kann diese Option gar nicht früh genug kommen. Mozilla kündigte am letzten Freitag an, dass ab Version Firefox 8 Add-Ons von Drittherstellern nur dann installiert werden, wenn der Anwender dem ausdrücklich zustimmt.

Add-Ons, die beim Installieren von beliebiger Software in Firefox mitinstalliert werden, waren schon lange ein Problem. Nicht selten waren Kunden total überrascht über die Menge der Zusatzdateien, die sie in ihrem Mozilla-Webbrowser finden konnten. In richtigen Verruf geriet diese Praxis zum Beispiel mit Skype , dessen Add-On so viele Abstürze von Firefox verursachte, dass Mozilla die Erweiterung im Januar 2012 auf die schwarze Liste setzte. Erwähnenswert ist aber auch eine Erweiterung, die Microsoft in 2009 in Firefox installierte und damit - wie Microsoft letztendlich zugab - dem Browser eine Sicherheitslücke verpasste.

Justin Scott, ein Produkt-Manager für Add-Ons bei Mozilla, beschreibt in seinem Blog , dass zwar einige Anwendungen beim Installieren den Kunden auf Firefox-Add-Ons hinweisen und um Erlaubnis bitten, aber ein Großteil der Programme dies sang- und klanglos hinter dem Rücken des Anwenders einfach durchführt. Der Kunde hat dann die Folgen zu tragen, die von langen Wartezeiten beim Laden des Web-Browsers bis hin zu unwartbaren Sicherheitslücken oder Fehlschlägen beim nächsten Firefox-Update reichen.

Firefox 8, der als Vor-Version über Mozillas Aurora-Kanal noch diese Wochen kommt, wird am 8. November offiziell freigegeben. Laut Schott wird diese Browser-Version alle Add-Ons von Drittherstellern blockieren, bis der Kunde dem Aktivieren zustimmt. Diese Regel trifft auch dann zu, wenn ein Anwender von einer älteren Firefox Version auf Version 8 umsteigt.

Michael Kaply, einer der Dritthersteller, die sich Mozillas Regeln hielten und für Erlaubnis beim Installieren von Add-Ons fragten, sieht im Kommentar im Mozilla-Blog aber folgendes Problem: Firefox-Anwender, die sein Programm installieren, werden nun doppelt um Erlaubnis gebeten: Zuerst von seinem Installations-Programm und dann noch einmal von Firefox 8.

Mozilla bietet dafür keine Lösung. Alex Faaborg, der Chef-Designer bei Mozilla, räumt ein, dass Firefox keine Ahnung hat, ob der Anwender der Installation bereits zustimmte und beim Start dann automatisch nachfragen wird. Scott fügt hinzu, dass die Menge von unerwünscht installierten Add-Ons Mozilla zum Handeln zwang und verspricht, dass die Kontrolle in Firefox 8 bei weitem mehr Vorteile als Nachteile für den Anbieter bringen wird.

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