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Es kann nur eine geben

11.08.2003 | 13:33 Uhr |

Die Heimkehr der Sommerausgabe der Macworld Expo steht vor dem Scheitern, die Ostküsten-Veranstaltung könnte komplett kippen.

Unter dem Namen Macworld Expo wird im Jahr 2004 IDG World Expo nur noch eine Messe, veranstalten, im Januar in San Francisco. Nach einem Bericht der Tageszeitung Boston Globe steht die Sommerausgabe an der Ostküste, die in diesem Jahr erstmals unter dem Namen "Macworld Creative Pro Conference & Expo" lief, komplett auf der Kippe.

Im vergangenen September hatte IDG World Expo angekündigt, die im Juli stattfindende Macworld Expo von New York nach Boston zurück zu verlegen, wo die Messe bis 1998 ihre Heimat hatte. In den Monaten zuvor war durchgesickert, dass die Tourismusbehörde in Boston dem Veranstalter vergünstigte Hotelbetten und Hallenmieten angeboten hatte, um derart eine Alternative für das teure Pflaster New York zu schaffen. Als Initiator des Umzugs zeichnete der damalige IDG World Expo CEO Charlie Greco verantwortlich, der jedoch Anfang Februar diesen Jahres 2003 seinen Hut nehmen musste. Sein Nachfolger David Korse hat jetzt andere Pläne mit der Messe. Laut Boston Globe hat Korse eine interne Studie in Auftrag gegeben, die den Sinn des Umzugs überprüft. Nach ersten Indizien befürchtet Jim Rooney, Direktor des Massachusetts Convention Center das komplette Aus für die Sommer-Macworld. Definitiv hat sich Korse schon über die einzig verbliebene Option der Zeitung gegenüber geäußert. Demnach werde es in Zukunft nur eine "Macworld Expo" geben, und zwar jeden Januar in San Francisco. Für die Ostküste bliebe allenfalls eine weitere "Creative Pro"

Willkommener Vorwand?

Die Sommer-Macworld stand unter keinem guten Stern mehr, seitdem IDG World Expo die Verhandlungen mit den Bostoner Stadtvätern, die für ihr 600 Millionen Dollar teures neues Kongresszentrum eine attraktive Veranstaltung suchten und sich an die Zeiten erinnerten, als bis einschließlich 1998 Apple und andere Aussteller für Umsätze bis zu 60 Millionen Dollar sorgten.
Apple hat den Verlauf der Verhandlungen beobachtet und als der Umzug in trockenen Tüchern war, sein Fernbleiben von Boston angekündigt. Schon für 2003 hat die Jobs-Company Konsequenzen gezogen, war von der bald in "Creative Pro" umbenannten Messe mit Ausnahme einer Keynote von Apple-Hardware-Direktor Greg Joswiak ferngeblieben und hatte mit seiner auf Ende Juni verschobenen WWDC die Expo als Event entwertet.
Für Apple scheint der Umzug ein willkommener Vorwand gewesen zu sein, sich von den Sommerveranstaltung von IDG World Expo zurück zu ziehen. In den letzten Jahren hatte Cupertino im Sommer wenig Spektakuläres zu bieten, war aber durch massive Erwartungshaltung seiner Kunden unter Druck geraten. Für die gemeinsame Vorstellung des Power Mac G5 und des 64-Bit-Betriebssystems Mac-OS X 10.3 war die eigene Entwicklerkonferenz mit Sicherheit eine geeignetere Gelegenheit als eine Macworld im New Yorker Javits Center es im Juli gewesen wäre. Generell hat der Mac-Hersteller im letzten Jahr seine Messepräsenz überdacht, auch die japanische Macworld Expo interessiert Apple nicht mehr, nach der Absage des Mac-Herstellers hat IDG World Expo die im März 2003 geplante Messe ausfallen lassen.

Laut der Betreiber des New Yorker Javits-Centers hätten ersten Creative Pro weniger als 40.000 Besucher beigewohnt, die letzte Bostoner Macworld hat 1998 55.000 Mac-Fans angelockt. Zuletzt besuchten 90.000 Interessierte die Macworld Expo in San Francisco in diesem Januar, die letzten New Yorker Macworlds zählten rund 65.000 Besucher.

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