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Es kann nur einen geben

03.08.2004 | 15:07 Uhr |

Hackermethoden hat Apple seinem Konkurrenten vorgeworfen. Der sieht den DMCA jedoch nicht gebrochen.

Natürlich ist Real Networks für Apple ein lästiger Konkurrent. Abgesehen von Microsoft ist Real einer der bedeutendsten Mediensoftware-Hersteller und seit Jahren ein Konkurrent von Apples Quicktime-Technologie. Real Networks neue Technologie Harmony geht nun nach Meinung Apples einen Schritt zu weit: Kauft ein amerikanischer Real-Kunde eine Musikdatei, soll er sie trotz einem integriertem Kopierschutz auch auf Apples iPod abspielen können. Die als Betaversion verfügbare Software gaukelt dazu dem iPod vor, die Musikdatei sei durch Apples DRM-Methode Fair Play geschützt.

Laut Apple handelt es sich um einen Verstoß gegen Urheberrecht, laut Real Networks Gründer und Firmenchef Rob Glaser ist die Technologie völlig legal. Wie fälschlicherweise in den Medien berichtet, handelt es sich dabei schließlich auch nicht um eine illegale Form des Reverse Engineering, bei dem der Quellcode eines Programms analysiert wird. Real habe nur die Kommunikation zwischen Datei und iPod untersucht, was laut Digital Millenium Copyrights Act (DMCA) legal sei. Man habe sich nur um Kompatibilität mit dem iPod bemüht. Die Analyse von Protokollen ist gesetzlich nicht verboten, weil dabei die Software selbst gar nicht Gegenstand der Untersuchung ist.
Zum Streit zwischen Real und Apple hat sich mittlerweile auch die Musikindustrie zu Wort gemeldet. Laut dem Fachmagazin Musikwoche sieht Jeff Bronikowski, VP Business Development Universal Music Group Reals Harmony sogar als "Schritt in die richtige Richtung". Kein Wunder: Je mehr Lieder verkauft werden, desto besser für die Musikindustrie. Ob dies jedoch im Interesse der Nutzer ist, ist eine andere Frage.

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