Von Dirk Steiger - 30.04.2003, 18:07

Evolution der Maus

Apple ist beim US-Patentamt wie viele andere IT-Firmen ein oft gesehener Gast. Vor wenigen Tagen beantragten die schlauen Mitarbeiter von Steve Jobs ein neues Patent für eine neue Maus - inklusive Scrollrad.

Vor rund 23 Jahren revolutionierte der Amerikaner Douglas Engelbart die Kommunikation zwischen Mensch und Computer. Aus seinem Patent 3.541.541 vom 17. November 1970 entstand das, was Sie wahrscheinlich gerade in den Händen halten: Die Maus.
Als Apple im Januar 1983 die Rechner der Serie "Lisa" präsentierten, hatten diese neben dem revolutionär intuitiven Betriebssystem "Lisa OS" auch ein richtiges Hardware-Highlight zu bieten - die allseits bekannte Computer-Maus. Schon damals hatte Steve Jobs wohl den Hang zur Einfachheit, denn bis heute hat sich an der Anzahl der vorhandenen Maustasten (genau eine) nichts geändert. Spätestens mit der Apple Pro Mouse, die auch die optische Technik in die Apple-Welt brachte, hätten sich viele Benutzer allerdings auch die Implementation eines Scrollrades gewünscht - zu diesem Zeitpunkt in vielen PC-Mäusen ein sehr gängiges und praktisches Feature.
Anscheinend haben die Designer in Cupertino jetzt doch noch ein Einsehen und haben beim US-Patentamt eine detaillierte Beschreibung einer interessanten Alternative zum bekannten Maus-Scrollrad eingereicht. Auf den wenig professionell wirkenden Zeichnungen erkennt der geneigte Maus-Liebhaber ein in die Hardware integriertes Scrollrad, das im Gegensatz zu den bekannten Modellen in der vertikalen Ebene seinen Dienst verrichtet. Wie beim Bedienelement des iPod lässt der Anwender seinen Finger mit dem Rad kreisförmige Bewegungen ausführen. Welche Interpretation diese Scroll-Kommandos dann letztlich in einer Software erfahren, bleibt den jeweiligen Entwicklern überlassen. Denkbar wäre nicht nur die bekannte horizontale Navigation durch lange Webseiten, sondern auch die gefühlvolle Bedienung von Zeitleisten in Audio- und Video-Programmen.
Obwohl alle diese Vermutungen sehr schlüssig klingen, ist ein Fakt auf jeden Fall im Hinterkopf zu bewahren: Es handelt sich hierbei um Konzeptzeichnungen für eine Patentschrift. Ob und wann Apple von diesen Ideen gebraucht macht, kann niemand so genau vorhersagen. So ruhen die in Mac-OS X Version 10.3 (Codename "Panther") angeblich kommenden Dokumenten-Haufen "Piles" seit mehr als zwanzig Jahren in den Archiven den Patentamts - mal sehen, welche Reifezeit Steve Jobs für das Mausrad-Patent vorgesehen hat. ds

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