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Ex-Präsident von Critical Path gibt Betrug zu

15.02.2002 | 11:04 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - David Thatcher, ehemals President des Instant-Messaging-Anbieters Critical Path, hat sich in dieser Woche des Bilanzbetrugs für schuldig bekannt. Er hatte einige Ergebnisse in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 gefälscht, um den Eindruck zu erwecken, als gingen die Umsätze weiter nach oben. Als die ersten frisierten Zahlen im Oktober 2000 veröffentlicht wurden, besaß Critical Path einen Börsenwert von 3,8 Milliarden Dollar. Nach dem Bekanntwerden der illegalen Machenschaften und der Entlassung von Thatcher im vergangenen Jahr brach der Börsenkurs jedoch dramatisch ein. Der Börsenwert des Unternehmens beträgt derzeit nur noch 192 Millionen Dollar.

Thatcher hat sich bereit erklärt, mit der US-Bundespolizei FBI bei der Untersuchung weiterer Betrügereien bei Critical Path zusammenzuarbeiten. Dem ehemaligen President des Unternehmens droht eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren sowie eine Bußgeldzahlung von 250.000 Dollar. Zudem könnten die geprellten Anleger Schadenersatz verlangen. (ka)

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