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Experte: UMTS zunächst nur doppelt so schnell wie ISDN

08.11.2000 | 00:00 Uhr |

Der mobile Zugriff auf das Internet über die neue
UMTS-Technologie wird nach Expertenansicht zunächst deutlich
langsamer sein als von den Anbietern versprochen. «Das werden zu
Beginn nicht mehr als 128 Kilobit pro Sekunde sein, vielleicht sogar
weniger», sagte Mobilfunkfachmann Nigel Deighton vom
Marktforschungsunternehmen Gartner Group auf einem Symposium am
Mittwoch in Cannes. Diese Geschwindigkeit entspricht dem Doppelten
eines heutigen ISDN-Anschlusses, liegt aber deutlich unter früheren
Angaben von mehreren hundert bis 2 000 Kilobit in der Sekunde, die
theoretisch erreicht werden können.

Auch der derzeit aufkommende Standard GPRS (General Packet Radio
Service) werde von den Mobilfunkfirmen zunächst mit Geschwindigkeiten
von nicht mehr als 28,8 Kilobit pro Sekunde statt theoretisch
möglichen 150 Kilobit angeboten. Das entspricht einem Analogmodem an
einem Festnetzanschluss. Auch wenn UMTS (Universal Mobile
Telecommunication System) von 2002 an eingeführt wird, werde
mindestens bis 2004 der bisherige Standard GSM (Global System for
Mobile Communication) den Markt dominieren.

Die hohen Milliardengebühren, die europäische Anbieter für UMTS-
Mobilfunklizenzen bezahlt haben, könnten nach Einschätzung des
Marktforschungsunternehmens dazu führen, dass Europa bei der
Verbreitung mobiler Dienstleistungen seine weltweite Führung
verliert. Die Preise für UMTS-Dienstleistungen würden in den Ländern,
die wie Deutschland die Lizenzen in teuren Auktionen vergeben haben,
um bis zu 100 Prozent über den Gebühren in anderen Ländern liegen.
Dies werde die Akzeptanz bei den Nutzern schmälern, sagte Deighton.
dpa

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