1752287

Experte fordert mehr Öffentlichkeitsarbeit von Apple

16.04.2013 | 10:27 Uhr |

Apples Rivalen erzählen die Geschichte im Smartphonemarkt, hatte sich kürzlich Apples ehemaliger Marketingchef und Entwicklungsleiter Jean-Louis Gassée zu Wort gemeldet.

Der Kommunikationsexperte Peter LaMotte pflichtet dem ehemaligen Top-Manager bei. Die von Apple über Jahre gepflegte Kultur des Schweigens habe eine "Industrie der Gerüchtehändler" erzeugt, die ausreichte, um die Story von Apples Coolness zu erzählen, meint LaMotte. Apple habe es aber heute mit weit weniger schweigsamen Rivalen wie Samsung zu tun und das Erzählen aus der Hand gegeben: "Auch wenn sie nicht auf der Rückbank sitzen, so doch auf dem Beifahrersitz. Und Samsung sitzt am Steuer." Das Mysterium, das Apple so stark gemacht habe, sei nun abgenutzt. "Sie haben den 'Cool'-Faktor gehabt. Und nun nicht mehr."

Gassée hatte seinerzeit Phil Schiller für seine Kritik am Samsung Galaxy S4 am Vorabend von dessen Präsentation gerügt. Schiller hatte dem Konkurrenten unter anderem vorgeworfen, veraltete Software auf neuen Geräten einzusetzen - was beim Galaxy S4 eben nicht zutraf. Apple hingegen hat seit der Präsentation des iPad Mini vor bald einem halben Jahr nichts mehr zu Produkten erzählt, die nächste Präsentation dürfte erst auf der WWDC in gut zwei Monaten erfolgen - eine zu lange Zeit des Schweigens.

LaMotte sieht das Problem an der auf Phil Schiller zurück prasselnden Kritik vor allem in der öffentlichen Äußerung über die Konkurrenz: "Wenn man jahrelang schweigt, bedeuten sogar nur wenige Sätze eine neue Philosophie." Apple mache anscheinend zu schaffen, dass Samsung ein vergleichbar hochwertiges Produkt herstelle.

Apple müsse nun aber sein Schweigen aufgeben und aktiv kommunizieren, fordert LaMotte: "Wir empfehlen immer, dass es besser ist, in der Konversation zu sein, als es nicht zu sein." Apple müsse weder defensiv agieren noch sich ein Beispiel an Microsofts aggressiven Kampagnen gegen Google nehmen, "aber sie müssen irgendetwas tun." Die auf allen sozialen Kanälen aktiven Konkurrenten könne man nicht einfach dort abwehren. Stattdessen müsse sich Apple Gedanken um seine eigenen Kampagnen machen, die sich meist um Produkte und ihre Fähigkeiten drehten. Früher hätte hingegen die Apple-Werbung das Mysterium eher noch befeuert, LaMotte nennt als positives Beispiel die "Get a Mac"-Kampagne mit John "PC" Hodgman und Justin "Mac" Long. Der Coolness-Faktor habe Apples Image befördert und Geld in die Kassen gespült.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1752287