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Eye Em: Instagram für Ästheten

18.12.2014 | 16:43 Uhr |

Die neue Version der deutschen Foto-App Eye Em verrät iPhone-Fotografen, wie andere Nutzer ihre Bilder bearbeitet haben. Wir sprachen mit den Machern der App.

Mit dem Update auf Eye Em 5.0 bringt die Foto-App eine neue, interessante Funktion für Smartphone-Fotografen: die "Open Edit" genannte Möglichkeit erlaubt es Nutzern, die Fotobearbeitung anderer nachzuvollziehen und sogar zu kopieren. Wie hat der Fotograf bei diesem schönen Porträt Schärfe und Kontrast angepasst, liegt da noch ein Filter drüber? Dies kann man jetzt sehen und Schritt für Schritt bei einem eigenen Bild ausprobieren. Zum Start der Funktion gibt es bereits Fotos vorab ausgewählter Fotografen mit Open Edit, ab dem Update sind dann alle Änderungen an neuen Bildern nachvollziehbar.

Open Edit (siehe Markierung) zeigt die Parameter der Bildbearbeitung für dieses Bild an.
Vergrößern Open Edit (siehe Markierung) zeigt die Parameter der Bildbearbeitung für dieses Bild an.

Bildbearbeitung steht im Mittelpunkt des aktuellen Updates der App. Neben typischen Werkzeugen wie Filtern für bestimmte Ästhetiken (mit Wahl der Intensität) gibt es jetzt einen großen neuen Werkzeugkasten für Bildbearbeitung in Echtzeit. Dabei hat das Unternehmen laut Entwicklungschef Markus Spiering darauf geachtet, dass alle Bildeinstellungen nur im praxisgerechten Bereich möglich sind. Die Effekte sind jedoch nicht als iOS-Fotoplugin verfügbar sondern, nur innerhalb der App.

Open Edit zeigt, wie ein Foto bearbeitet wurde. Der Nutzer kann diese Schritte gleich eigenes Foto anwenden.
Vergrößern Open Edit zeigt, wie ein Foto bearbeitet wurde. Der Nutzer kann diese Schritte gleich eigenes Foto anwenden.
© EyeEm

Für Fotografen statt Like-Sammler

Bei Eye Em geht es nicht darum, möglichst viele "Likes" seiner Freunde für ein virtuell gealtertes Foto des gestrigen Abendessens zu bekommen. Auch wenn es auf den ersten Blick Ähnlichkeiten zum beliebten Instagram gibt, ist die Ausrichtung der Berliner App ganz anders. Eye Em will Fotocommunity der mobilen Fotografen statt Schnappschuss-Sammlung sein. Das zeigt sich an vielen Stellen. Zum einen besteht die Fotoübersicht in der App nicht nur aus den Bildern der Nutzer, denen wir folgen. Eye Em legt intelligente Alben an - sortiert nach unserem Aufenthaltsort und auch nach Stichworten.

So ist es viel leichter, mobile Fotografen zu finden, die gemeinsame Interessen haben oder an den gleichen Orten fotografieren wie man selbst - anstatt nur ein paar Freunden und Prominenten zu folgen, wie das beim großen Konkurrenten Instagram meist der Fall ist. Dass man bei Eye Em viele seiner Freunde findet, ist derzeit ohnehin noch unwahrscheinlich. Die App hat zwar laut Anbieter 10 Millionen Nutzer, aber Instagram ist bereits bei über 300 Millionen Anwendern angelangt.

Pluspunkte für Eye Em sind die überwiegende Qualität der Fotos und die Aktivitäten um die eigentlichen Bilder herum. Denn in der App gibt es "Missionen", das sind kleine Fotowettbewerbe mit bestimmten Vorgaben, bei denen Smartphonefotografen Preise oder Prestige gewinnen können - beispielsweise mit seinem Gewinnerbild auf einer Foto-Ausstellung gezeigt zu werden. Sogar Geld verdienen ist theoretisch möglich, denn ausgewählte Fotos aus Eye Em werden bei der Bildagentur Getty Images zum Verkauf angeboten.

Hinter den Missionen in der App verbergen sich kleine Fotowettbewerbe.
Vergrößern Hinter den Missionen in der App verbergen sich kleine Fotowettbewerbe.

Einige der toll fotografierten Bilder in der App verraten aufgrund ihrer Ästhetik, dass sie mit einer DSLR statt mit einem Smartphone geschossen wurden. Laut Chefentwickler Markus Spiering werden aber 90 Prozent der Fotos tatsächlich direkt mit einem Smartphone aufgenommen. Die App setzt iOS 7.0 voraus und ist kostenlos.

Info: Eye Em im App Store

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