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Eyebox 2: Eye-Tracking für Plakate

10.05.2007 | 11:16 Uhr |

Während man bei Online-Anzeigen anhand der Klickraten einigermaßen genau weiß, wie oft eine Werbung aufgerufen wurde, ist eine solche Messung bei klassischen Plakaten oder Schaufenstern nur schwer möglich. Die "Eyebox 2" soll dies nun ändern. Das Gerät kann erkennen, wie oft ein Produkt oder eine Werbung angesehen wurde, indem es die Augenbewegungen von Passanten misst. Interessanteweise wurde die Eyebox 2 offiziell im Hauptquartier von Google vorgestellt.

Google könnte sein klassisches Online-Geschäftsmodell, bei dem die Höhe der Kosten für Anzeigen auf der Anzahl der Klicks basiert, bald auch auf die Offline-Welt übertragen. Ein dazu nötiges Gerät hat das Unternehmen nun in seinem kalifornischen Hauptquartier vorgestellt: die Eyebox 2.

Mit Hilfe der Eyebox 2 sei es laut Angaben der Entwickler möglich, genau zu messen, wie oft ein Plakat, ein Produkt in einem Schaufenster oder ein Anzeigen-Display von Passanten oder Kunden betrachtet wurde. Dafür verfolgt das Gerät per Infrarot die Augenbewegungen der Personen und kann dann genau bestimmen, ob das jeweilige Produkt angesehen wurde, oder nicht. Dabei wird die Eyebox 2 beispielsweise direkt in einer Auslage oder an einem Werbe-Display platziert. Betrachtet nun eine Person die Werbung, erkennt dies die Kamera anhand eines roten Flecks in dessen Auge.

Im Gegensatz zu Lösungen, die etwa 25.000 Dollar kosten und mit einer maximalen Distanz zum Betrachter von 60 Zentimetern nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden können, soll die Eyebox 2 laut Entwickler eine Reichweite von bis zu 10 Metern haben, auch eine Kalibrierung sei nicht nötig. Die Auswertung der Daten erfolgt dabei in Echtzeit und das Gerät kostet gerade mal 999 Dollar (Einführungspreis).

Die Einsatzmöglichkeiten der Kamera erklären sich nahezu von selbst: Wie bei Online-Werbung wäre es künftig möglich, Werbe-Plakate oder Produktauslagen in der realen Welt anhand ihrer tatsächlichen Betrachtung abzurechnen. Für Kaufhäuser würden sich so neue Umsatzquellen erschließen.

Die Entwicklung folgt auch einem neuen Trend in den USA und Europa, demnach immer häufiger Plasma-Displays als Werbeflächen eingesetzt werden. Mit Hilfe der Eyebox 2 könnte die Effektivität derartiger Werbeanzeigen künftig wesentlich besser gemessen werden, so die Entwickler.

Entwickelt wurde das Gerät von Dr. Roel Vertegaal, Direktor des Human Media Laboratorys der Universität von Queen's, Kanada, und CEO von Xuuk, das unter anderem die Eyebox 2 vertreibt. Vertegaal betont, dass die Eyebox kein neues Überwachungs-Instrument sein soll und vergleicht die Technik mit einer sich automatisch öffnenden Tür: "Der Tür-Sensor weiß nicht, wer Sie sind und genauso wenig weiß es der Eyebox-2-Sensor. Es handelt sich um eine passive Technologie, die einfach nur zählt, wie oft und wie lang ein bestimmtes Produkt betrachtet wurde, genauso wie ein Tür-Sensor, der beobachtet, ob Personen eventuell daran interessiert sind, durch die Tür zu treten und diese dann öffnet."

Noch sind keine offiziellen Beziehungen zwischen Xuuk und Google bekannt, die Tatsache, dass die Eyebox 2 im Google-Hauptquartier vorgestellt wurde, dürfte aber Hinweis genug sein, dass der Suchmaschinen-Gigant diese Technik sehr vielversprechend findet. Die Eyebox 2 ist ab sofort auf den Web-Seiten von Xuuk erhältlich und wird bis einschließlich 1. Juli 2007 zum Einführungspreis von 999 Dollar angeboten.

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