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FBI fahndet nach Hackern

10.02.2000 | 00:00 Uhr |

Die amerikanische Kriminalpolizei FBI hat am
Mittwoch die Fahndung nach Hackern aufgenommen, die den dritten Tag
hintereinander populäre Internet-Firmen attackiert haben. US-
Justizministerin Janet Reno kündigte eine umfassende Untersuchung an.
Sie versicherte, dass die Washingtoner Regierung alles tun werde, um
die Sicherheit des elektronischen Handels im Internet zu garantieren.
Bei der Suche nach den Tätern werde das FBI eng mit den betroffenen
Firmen zusammenarbeiten.

Über die Motive der Hacker herrscht Reno zufolge bisher
Unklarheit. Der FBI-Experte für Computersicherheit, Ron Dick,
erklärte, das Spektrum der möglichen Täter sei groß. Derartige
Attacken könnten auf das Konto eines Teenagers gehen, aber auch auf
das einer ausländischen Regierung. Einem Ersttäter würden im Fall der
Verhaftung und eines Schuldspruchs bis zu fünf Jahre Haft drohen,
einem Wiederholungstäter bis zu zehn Jahre.

Betroffen waren am Mittwoch unter anderem der Börsenhändler
eTrade.com. und der Computer-Branchendienst ZDNet. Am Vortag waren
die Internet-Computer des Auktionshauses eBay.com und des Online-
Buchhändler Amazon.com zusammengebrochen, nachdem sie mit Datenmüll
beschossen worden waren. Auch die E-Commerce-Firma Buy.com, die am
gleichen Tag an die Börse ging, und der Internetservice des
Nachrichtensenders CNN hatten Ausfälle, teilten die Firmen in den USA
mit. Bereits am Montag war das weltgrößte Internet-Portal Yahoo für
drei Stunden außer Gefecht gesetzt worden.

In allen Fällen haben Unbekannte mit enormen Datenmengen und
sinnlosen Anfragen von mehreren Orten aus gezielt die Zentralcomputer
überfordert. Allein auf das Angebot von Buy.com stürzten pro Sekunde
800 Megabit ein. Die Täter drangen aber nicht in die Server ein.
dpa

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