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Mehr als die Hälfte aller Facebook-Nutzer würde sich abmelden

25.05.2010 | 14:45 Uhr |

Die negative Reaktion auf eine Online-Studie hat sogar Sicherheits-Berater überrascht. Während Facebook auch weiterhin seine Datenschutzrichtlinien für zureichend hält, werden die Anwender zunehmend kritischer.

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© Facebook

Laut einer Online-Studie von Sophos wollen die Mehrzahl aller Nutzer von Facebook dem sozialen Netzwerk-Dienst wegen Mängeln in Sachen Datenschutz den Rücken zukehren, berichtet Computerworld. Vor nur zwei Wochen war Facebook erneut in den Schlagzeilen, weil private Diskussionen plötzlich für alle Nutzer einsehbar waren.

In der Umfrage unter 1.600 Benutzern gaben 16 Prozent an, dass sie Facebook bereits jetzt schon nicht mehr einsetzen. 30 Prozent schätzen, dass sie "höchstwahrscheinlich" aussteigen werden und weitere 30 Prozent vermuten, dass sie möglicherweise wegen Sicherheitsbedenken Facebook verlassen werden.

Nur zwölf Prozent der Befragten sind sich ganz sicher, dass sie weiterhin unbedingt Facebook nutzen wollen und weitere zwölf Prozent halten es für eher unwahrscheinlich, auf Facebook in Zukunft zu verzichten.

Graham Cluley , ein Sicherheitsberater bei Sophos, war von der überwiegend negativen Reaktion überrascht. Weniger überrascht war er hingegen, dass vorwiegend Anwender mit IT-Hintergrund Sicherheitsbedenken ernst nahmen. "Für alle, die im IT-Umfeld arbeiten, wird es zunehmend schwerer, die Datenschutzmängel zu ignorieren und ihren Einsatz von Facebook zu rechtfertigen. [...] Natürlich ist es bereits ein Fortschritt, wenn Anwender sensible Daten aus ihrem Profil löschen statt auf Facebook gleich völlig zu verzichten.", schreibt Cluley in seinem Blog .

In einem Interview mit Computerworld hat Ethan Beard, einer der Direktoren bei Facebook, die Datenschutzrichtlinien von Facebook als angemessen verteidigt. Beard schätzt, dass die meisten Nutzer mit Facebook zufrieden sind und die zunehmende Kritik von außerhalb kommt. Dennoch arbeitet Facebook derzeit an Verbesserungen, die Privatdaten besser schützen sollen. Andrew Noyes, ein Pressesprecher von Facebook, gab an, dass Anwender sich über die komplexen Einstellungs-Optionen im Benutzer-Profil beschwerten und Facebook diese Voreinstellungen vereinfachen will.

Die Sicherheitsbedenken gegen Facebook wurden in den letzten Wochen weiter angefacht durch Berichte, wonach Facebook seine Informationen mit anderen Webseiten teilen will. Cluley beharrt darauf, dass Facebook prinzipiell seine Einstellung zum Datenschutz überdenken muss: "Letztendlich geht es um die Sicherheit der Anwender und nicht nur um Statistiken. Anwender werden es nicht durchgehen lassen, wenn sie ihre Information als privat kennzeichnen und schließlich auf öffentlich zugänglichen Webseiten wieder finden.", warnt Cluley.

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