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Facebook-Sharing fehlt auch im Mountain Lion

20.02.2012 | 06:44 Uhr |

Es wurde schon lange spekuliert, wie und wann Apple das größte soziale Netzwerk in seine Dienste integriert.

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Apples stellte am letzten Donnerstag sein neues Betriebssystem Mac-OS X 10.8 Mountain Lion vor, aber während fast alle Programme ein Feature iOS zum Teilen und Weitersenden von Informationen übernahmen, fehlt in dieser Verteiler-Liste Facebook. Wie unter iOS 5 kann der Anwender künftig auch mit Mountain Lion direkt aus Apple-Programmen zum Beispiel über Twitter Links und Informationen direkt weitersenden, vorausgesetzt der Dienst ist aktiviert und der Benutzer ist dort angemeldet.

Aber in der Verteilerliste fehlt ganz klar Facebook, obwohl Facebooks Gemeinde achtmal größer als die von Twitter ist. Ray Valdes, ein Analyst von Gartner, beschreibt die Abwesenheit als "auffällig", insbesondere da es keine besonderen technischen Hürden zum Einbinden von Facebook gibt. Valdes vermutet, dass die Verhandlungen zwischen Facebook und Apple wegen Uneinigkeiten über Gewinn, Eigentum und Geschäftsmodell gescheitert sind. Laut Valdes und Roger Kay, Vorstandsvorsitzender von Endpoint Technologies, ist das ein weiteres Anzeichen, dass die Steve-Jobs-Ära nun endgültig vorbei ist: Beide spekulieren, dass der Ausschluss von Facebook höchstwahrscheinlich nicht etwa Apples Entscheidung war, sondern Facebook jetzt gegenüber Apple den schwierigen Verhandlungspartner spielt.

Jeremiah Owyang, eine Analyst bei Altimeter Group, will diese Ansicht nicht teilen. Er erwartet, dass Facebook jede Chance nutzen wird, mit Anwendern in Kontakt zu kommen, und nimmt Facebooks CEO Zuckerbergs Ankündigung wörtlich, dass "er [Zuckerberg] über Facebooks Open Graph API alle Internetnutzer mit Facebook verbinden will."

Was sich nach großzugigem Teilen anhört, ist vielmehr aber das Ziel, Anwender in das ständig wachsende Angebot bei zu Facebook zu locken und dort zu halten. Owyang mutmaßt, dass Facebooks Musik-Streaming-Dienst als direkte Konkurrenz zu iTunes gewertet wird und Apple schon immer wahre Burggraben zum Schutz seiner iTunes-Gewinne gegraben hat.

Kay erwartet, dass künftige Versionen von Mountain Lion die echten Beweggründe von Apple enthüllen werden. Falls hinter Facebooks Abwesenheit in der Verteilerliste nur stagnierende Verhandlungen stecken, könnte das Facebook -Icon schon bald in der Liste auftauchen. Falls aber ein großes Kräftemessen von zunehmender Konkurrenz droht, dann geben beide Firmen bisher aber noch nichts preis. Apple hat wie gewohnt es abgelehnt, einen Kommentar abzugeben und auch Facebook hält sich bedeckt: " iOS ist für Facebook eine sehr wichtige Plattform und wir genießen gute Beziehungen zu Apple. ... Aber wir werden keinen Kommentar dazu abgeben, was oder eher nicht wir in Zukunft zu unternehmen gedenken.", gab eine Pressesprecherin von Facebook zur Antwort.

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