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Facebook: Neues Projekt zur Vermessung der Welt

03.03.2016 | 14:02 Uhr |

Nachdem Facebook an dem Vorhaben scheiterte, dem Großteil der indischen Bevölkerung Zugang zum Internet zu verschaffen, wendet sich das Unternehmen einer neuen Aufgabe zu: Mit Hilfe von Satelliten will Facebook nun die Bevölkerungsverteilung errechnen.

Mit der Initiative Internet.org will Facebook nach seinen eigenen Vorstellungen Regionen mit einer mangelnden digitalen Infrastruktur helfen. In Indien konnte der Plan nicht umgesetzt werden, was Facebook aber nicht daran hindert, die Vision weiterhin durchsetzen zu wollen. Mittels Drohnen soll das Internet auch an Orte gelangen, wo Menschen - wenn überhaupt - nur sehr schlechten Zugang zum Internet haben. Um herauszufinden, wo solche Drohnen am meisten benötigt werden, plane das Unternehmen nun ein neues Karten-Projekt, berichtet der Spiegel . „Häuserreihen, die sich am Ufer eines Flusses oder eine Straße entlangziehen, könnten durch terrestrische Leitungen vernetzt werden, während weit verteilte Siedlungen vielleicht eine Lösung aus der Luft brauchen", erklärt Facebook auf seinem eigenen Blog .

Eine Abteilung der Internet.org-Initiative namens Connectivity Lab soll eine Software entwickelt haben, mit der Facebook rund 14,6 Milliarden Aufnahmen aus 20 Ländern, wie beispielsweise aus Indien, Mexiko, Sri Lanka, Nigeria und anderen afrikanischen Staaten, analysieren kann. Dies entspricht einer untersuchten Fläche von mehr als 21,6 Millionen Quadratkilometern mit einem Datenmaterial von rund 150 Terabyte.

Mit einer Auflösung von 5 Metern pro Pixel können die Facebook-Analysten detailiertere Karten erstellen.
Vergrößern Mit einer Auflösung von 5 Metern pro Pixel können die Facebook-Analysten detailiertere Karten erstellen.
© Facebook

Damit Facebook diese riesigen Datenmengen kontrollieren kann, wurden die Bilderkennungsprogramme, welche sonst für die Gesichtserkennung zuständig sind, umprogrammiert, sodass sie nun „Anzeichen von menschlichen Siedlungen“ erkennen können. Anschließend sollen die ausgewerteten Daten mit „Werten aus Volkszählungen in den jeweiligen Ländern kombiniert“ werden.

Wie Zuckerberg auf dem Mobile World Congress verkündete, sollen die ausgewerteten Daten für viele Unternehmen von Nutzen sein. Das Projekt wird auch von dem Chef von Descartes Labs, Mark Johnson, unterstützt. „Man könne zum Beispiel eine Vorher-Nachher-Analyse machen nach einer großen Katastrophe wie einem Tsunami. Die Hilfsmaßnahmen könnten dorthin gelenkt werden, wo sie am meisten benötigt werden.“ Demnach eigneten sich bisherige Karten zur Bevölkerungsverteilung nicht, da diese „viel zu grob und ungenau sind“. Mit diesem Projekt würde Zuckerberg mit dem Facebook-Grundsatz, die Welt mit einander vernetzen zu wollen, ein Schritt näher kommen.

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