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Facebook geht gegen Hass-Postings vor

25.11.2015 | 11:30 Uhr |

Die sozialen Netzwerke sind teilweise alles andere als sozial. Die scheinbare Anonymität im Internet führt dazu, dass viele Menschen im Netz unverblümt ihre Meinung zum Ausdruck bringen. Besonders in letzter Zeit hat sich die Anzahl der hasserfüllten Posts vermehrt, gegen die Facebook nichts unternehmen wollte. Nachdem das soziale Netzwerk für dieses Verhalten viel Kritik erntete, will Facebook jetzt erste Schritte gegen die Hetze im Netz einleiten.

Laut Spiegel hat sich das soziale Netzwerk Facebook dazu entschlossen, in Deutschland strengere Kontrollen über Beiträge einzuführen, die zu fremdenfeindlicher Gewalt aufrufen. Im Ernstfall wird Facebook solche Posts zukünftig löschen. Grund für diese Maßnahmen sei die starke Kritik, welche der Konzern wegen seiner Billigung von kontroversen Meinungen auf Facebook hinnehmen musste. Deutschland-Sprecherin Tina Kulow verkündete, dass deutlich mehr kontroverse Inhalte auf Facebook in Deutschland gesperrt werden würden. „Die Toleranz gegenüber leichtfertig dahingeschriebenen Kommentaren mit fremdenfeindlichem Unterton wird eingeschränkt.“

Diesbezüglich hat Facebook zwar keine neuen Nutzerregeln aufgestellt, vielmehr sollen die bestehenden Regeln besser angewendet werden. Beiträge, die von Nutzern gemeldet wurden, sollen ab jetzt von den Facebook-Teams strenger überprüft und auch gelöscht werden. In Deutschland ist die Anzahl der fremdenfeindlichen Posts besonders seit der Flüchtlingskrise angestiegen. Demnach soll Facebook gegen „eindeutige Hassbeiträge, die gegen das deutsche Recht und gegen eigene Richtlinien verstoßen“ keine Maßnahmen unternommen haben. Dieses Verhalten führte letztendlich dazu, dass sogar Facebook-Manager wegen des Verdachts der Beihilfe zur Volksverhetzung angezeigt wurden .

Die meisten Hass-Postings wurden in der Vergangenheit nicht von Facebook gelöscht, weil Flüchtlinge im Gegensatz zu Muslimen und Homosexuellen laut den Richtlinien des sozialen Netzwerks „nicht als geschlossene, zu schützende Gruppe“ gezählt werden. Auch wenn sich an dieser Auffassung vorerst nichts ändern soll, behauptet der Konzern, die Gewaltandrohungen im Netz trotz gewisser Schwierigkeiten zu überprüfen und diese einzuschätzen: „Wenn Menschen uns Inhalte dieser Art melden, kann es manchmal schwierig für unser Prüfteam sein, genau zu bewerten, ob es sich um eine direkte Drohung handelt oder um eine Meinungsäußerung oder einen Witz. Die Herausforderung für uns besteht darin zu erkennen, wann eine Drohung echt ist.“ Mit der strengeren Überwachung soll sich dies zukünftig jedoch ändern, indem „Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt“ werden, so ein Vertreter in einem Blogpost.

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