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Parteiübergreifendes Bündnis gegen Facebook-Pläne

12.04.2010 | 06:26 Uhr |

Ein parteiübergreifendes Protestbündnis tritt gegen die Pläne des Internet-Netzwerks Facebook ein, den Datenschutz zu lockern. «Statt zum Boykott aufzurufen, wollen wir in Facebook selber mit Aktionen, Informationen und Kommentierungen Druck ausüben», sagte das Grünen-Bundesvorstandsmitglied Malte Spitz dem Portal «Handelsblatt Online». «Wir wollen keine ungefragte Weitergabe von persönlichen Profildaten.»

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte vor wenigen Tagen Facebook mit einer Kündigung ihrer Mitgliedschaft gedroht, wenn Daten der Nutzer ohne deren Einwilligung weitergegeben werden. Ihr Ministerium begrüßte die Protestaktion. «Facebook muss endlich erkennen, dass es sich mit den geplanten Regelverstößen offen gegen seine Mitglieder stellt», erklärte ein Sprecher. Das Ministerium werde die Spitze des Unternehmens in den nächsten Wochen zu einem Gespräch nach Berlin einladen. Dem von den Grünen gebildeten Bündnis bei Facebook gehören dem Bericht zufolge Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen an, darunter die Linken-Vizevorsitzende Halina Wawzyniak, der Sozialdemokrat Lars Klingbeil, Manuel Höferlin von der FDP und der Christdemokrat Thomas Jarzombek. Sie fordern das Unternehmen auch auf, gemeinsam mit Daten- und Verbraucherschützern und den Netzwerknutzern hohe Datenschutz- Standards entwickeln, die weltweit in Facebook Gültigkeit haben. (dpa)

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