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Fahrzeuge mit Carplay und Nachrüstoptionen

15.01.2016 | 09:26 Uhr |

Apples Carplay fügt Car-Entertainment-System und iPhone zu einem großen Ganzen zusammen, natürlich inklusive Navigation, Multimedia und Kommunikation. Nun hat der iOS-Hersteller eine Liste aller Fahrzeuge mit Carplay-Unterstützung veröffentlicht: Über 100 Modelle sind schon jetzt ab Werk kompatibel. Außerdem lässt sich Carplay nachrüsten.

Bislang verlief die Integration des Anfang 2014 vorgestellten Carplay-Systems von Apple ein wenig schleppend. Ursächlich dafür sind vor allem die relativ langen Entwicklungszyklen der Autohersteller für Bord-Entertainment-Systeme – übrigens auch ein Grund, warum neueste Autos immer irgendwie veraltete Radios an Bord haben. Mit Carplay soll das anders werden: Das iPhone  übernimmt die Steuerung des Bord-Entertainments, der Navigation und des Autotelefons, wird dabei aber nahtlos in das vorhandene Radiosystem eingebunden. Die gesamte Anzeige und Interaktion verläuft dabei über das Infotainment-System in der Mittelkonsole, das iPhone wird per Lightning-Kabel mit dem Bordcomputer verbunden. Dadurch, dass die Abwicklung der Technik per iPhone erfolgt, soll das System auch zukunftssicher sein und keine Probleme mit iOS-Updates haben.

Bei Volkswagen heißt die Carplay-Integration „Car-Net“ und unterstützt auch Android Auto und Mirrorlink.
Vergrößern Bei Volkswagen heißt die Carplay-Integration „Car-Net“ und unterstützt auch Android Auto und Mirrorlink.
© Volkswagen

Viele große Hersteller an Bord

Nun hat Apple eine vollständige Liste aller Fahrzeugmodelle für den US-Markt veröffentlicht, die Carplay unterstützen. Darunter sind insgesamt 104 Fahrzeuge vieler großer Hersteller: Aus der Liste geht zum Beispiel hervor, dass die Marken VW, Skoda und Seat aus dem Volkswagen-Konzern fast über die gesamte Modellpalette mit Carplay ausgerüstet werden können , bei Audi immerhin der Q7 und der A4, allerdings erst ab dem Modelljahr 2017 (erscheint in der zweiten Jahreshälfte 2016). Als zweiter großer Konzern ist General Motors an Bord, hier werden laut Liste aber vor allem US-Marken wie Cadillac, GMC oder Chevrolet mit der Technik ausgerüstet, dafür aber auch hier fast die gesamte Modellpalette. Immerhin: Als deutsche GM-Marke ist auch Opel mit allen PKW-Modellen von Adam bis Insignia Carplay-fähig. Auch Mercedes gönnt sich ab 2016 in vielen, aber nicht allen Modellen eine Carplay-Unterstützung. Die großen Marken aus Fernost wie Hyundai, Honda und Mitsubishi sind hingegen noch etwas zögerlich mit der Adaption, während die Franzosen des PSA-Konzerns mit den Marken Citroën und Peugeot Carplay vor allem in kleineren Modellen anbieten.

Hyundai stattet derzeit nur SUV-Modelle für den US-Markt mit Carplay aus.
Vergrößern Hyundai stattet derzeit nur SUV-Modelle für den US-Markt mit Carplay aus.
© Hyundai

Andere wichtige Hersteller – etwa BMW, Toyota, Fiat, Renault-Nissan und Ford  – fehlen mehr oder weniger vollständig in der Liste, die jedoch nicht zu 100 Prozent korrekt sein kann ( wir berichteten ). Das Fehlen einiger Hersteller liegt daran, dass sie entweder auf das alternative Android Auto von Google setzen, oder wie etwa Toyota auf die Open-Source-Lösung „SmartDeviceLink“ oder gar eigene Lösungen zusammen schustern wie etwa Ford.

Augen auf beim Carplay-Kauf!

Natürlich bezieht sich die Modellliste vor allem auf Fahrzeuge auf dem US-Markt, viele Hersteller sind hier ausschließlich mit großen SUVs vertreten, die es in Deutschland nicht oder nicht in dieser Form gibt. Trotzdem sind auch in Deutschland bereits Lösungen verfügbar, heißen allerdings oft nicht einfach „Carplay“: Wer zum Beispiel einen aktuellen Golf mit iPhone-Integration kaufen möchte, findet in der Aufpreisliste keinen Punkt „Carplay“, dafür aber eine Funktion namens Car-Net mit App-Connect.

Bei Volkswagen heißt die Carplay-Integration „Car-Net“ und unterstützt auch Android Auto und Mirrorlink.
Vergrößern Bei Volkswagen heißt die Carplay-Integration „Car-Net“ und unterstützt auch Android Auto und Mirrorlink.
© Volkswagen

Dieses System muss selbst bei hochpreisigen Modellen per Aufpreisliste bestellt werden, beinhaltet dafür aber nicht nur Carplay, sondern auch Android Auto sowie Mirrorlink , die dritte große Lösung am Markt. Damit will Volkswagen dafür sorgen, dass Käufer ihrer Fahrzeuge jederzeit den Smartphone-Hersteller wechseln können und sich nicht auf Google oder Apple festlegen müssen. Andere Hersteller verfahren hier nicht zwangsläufig ähnlich, Peugeot etwa unterstützt nur Mirrorlink und Carplay, lässt aber die Android-Lösung außen vor. Gemeinsam haben sie allerdings, dass das Feature, wenn überhaupt, auf dem deutschen Markt fast immer nur gegen Aufpreis zu haben ist. Wer also künftig einen Neuwagen kauft, sollte auf jeden Fall genau hinschauen und das vom Hersteller verwendete Smartphone-Link-System in die Kaufentscheidung einbeziehen – zumal viele Modelle in der Grundausstattung nach wie vor klassische CD-Radios mit USB- und Line-In-Buchsen besitzen dürften.

Nachrüstung ist möglich

Doch keine Sorge: Nachrüstlösungen sind bereits verfügbar, und wer ein älteres Auto besitzt, kann CarPlay bereits jetzt in sein Auto einbauen. Alpine, Kenwood und Pioneer bieten derzeit Nachrüst-Infotainmentsysteme für den Doppel-Din-Schacht an, die Carplay unterstützen: Alpine ist mit dem iLX-700 bereits am Markt, das mit 629 Euro allerdings kein Schnäppchen ist.

Auch Kenwood bietet mehrere Carplay-Nachrüstlösungen an – diese sind leider aktuell noch nicht in Deutschland erhältlich
Vergrößern Auch Kenwood bietet mehrere Carplay-Nachrüstlösungen an – diese sind leider aktuell noch nicht in Deutschland erhältlich
© Kenwood

Kenwood hat aktuell sogar vier Carplay-Receiver im Angebot, die allesamt auch Android Auto unterstützen – leider sind die bisher nur in den USA erhältlich. Deutlich besser verfügbar sind die Pioneer-Modelle , inzwischen immerhin sechs an der Zahl , von denen das SPH-DA120 mit einer UVP von rund 360 Euro den derzeit günstigsten Einstieg in die Carplay-Welt bietet. Mit dem AVH-X8700BT gibt es zudem noch ein deutlich besser ausgestattetes Modell am Markt.

Nachrüstlösungen wie das Pioneer AVH-X8700BT sind inzwischen auch für ältere Fahrzeuge erhältlich und vergleichsweise preiswert
Vergrößern Nachrüstlösungen wie das Pioneer AVH-X8700BT sind inzwischen auch für ältere Fahrzeuge erhältlich und vergleichsweise preiswert
© Pioneer

 

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