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Fake: Geschenkte iPhones bei Facebook - Update

01.12.2013 | 10:54 Uhr |

Wieder einmal werden auf Facebook angeblich Tausende iPhones verschenkt. Tatsächlich ist dies simple Spamwerbung.

Ursprüngliche Meldung vom 22.11. "Wir erhielten 200.000 16GB iPhone 5S, die nicht verkauft werden können, weil sie nicht richtig eingepackt worden sind." Mit diesen Worten lockt eine aktuelle Facebookseite arglose Nutzer, um deren Daten zu sammeln. Die Betreiber haben dafür eine Veranstaltung angelegt, weil diese sich bei Facebook besonders effektiv mit anderen teilen lassen. Diese verbreitet sich rasant: bereits fast eine Million Nutzer haben eine Einladung dazu bekommen. Besonders perfide: Die Seite nennt sich "Apple Store Germany", klingt so auf den ersten Eindruck hin seriös und offiziell nach Apple - trotz der hanebüchenen Geschichte falsch verpackter iPhones.

Wer eines der iPhones haben möchte, soll die Veranstaltung mit seinen Freunden teilen, Fan der obskuren Seite werden und schließlich an einem Gewinnspiel teilnehmen. Hier geht es um maximale Verbreitung auf Facebook. Erst bei dem Gewinnspiel am Schluss wird endgültig klar, worum es hier geht: Adressen sammeln. Das Gewinnspiel wird von einem Unternehmen veranstaltet, das auf Adresshandel spezialisiert ist. Tatsächlich gibt es hier keine 200.000 iPhone 5S zu gewinnen, sondern lediglich ein einziges iPhone 5 . Wer an dem Gewinnspiel teilnimmt, willigt ein, dass seine Daten an alle Sponsoren des Gewinnspiels weitergegeben werden.

Wir haben bei dem Veranstalter nachgefragt und um Aufklärung gebeten, Die Hotline weiß nichts davon, die Antwort vom Vertrieb des Unternehmens steht noch aus. Da sich eine Partner-ID in der Webadresse befindet, die auf das Gewinnspiel verweist, scheint es sich bei dem Facebook-Spammer um einen Teilnehmer an einem Partnerprogramm zu handeln, der mit dem Adressunternehmen kooperiert und mutmaßlich für jede gelieferte Adresse finanziell entlohnt wird.

Kurz gesagt: Finger weg von solchen Aufrufen!

Nachtrag : Die betreffende Facebook-Seite ist inszwischen gelöscht. Der Geschäftsführer von Proleagon hat sich telefonisch bei uns gemeldet. Ein "Subpartner" aus Hamburg soll der Urheber der Facebook-Aktion sein. Proleagon selbst distanziert sich von der Aktion und will rechtliche Schritte gegen den Verursacher einleiten. Die dadurch gesammelten Kundendaten sollen laut des Unternehmens nicht weitergegeben und stattdessen gelöscht werden. Der Partner erhält laut Proleagion auch keine Provision für die gesammelten Daten der Gewinnspielteilnehmer.

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