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Falsch kombiniert: Nvidia rechnet mit Notebook-Ausfällen

04.07.2008 | 14:40 Uhr |

Grafikkartenhersteller Nvidia hat nicht nur eingeräumt, im laufenden Quartal wahrscheinlich weniger Umsatz zu machen als zuvor geplant, sondern auch Probleme mit fehlerhaften Grafikchips zugegeben. Er rechne mit Kosten für Garantie- und Reparaturleistungen in Höhe von bis zu 200 Millionen US-Dollar. Ob auch Macs betroffen sind, dürfte sich schon bald in der Softwareaktualisierung zeigen.

Anstatt 1,1 Milliarden US-Dollar Umsatz erwartet Nvidia im laufenden zweiten Quartal höchtens noch 950 Millionen. Die Gründe liegen in einer gesunkenen Nachfrage, in Lieferschwierigkeiten und in einem zehrenden Preiskampf mit der Konkurrenz. Doch es gibt noch ein weiteres Problem: Das Unternehmen muss Hardware-Probleme einer Reihe von Grafikkarten beheben, die durch eine ungeeignete Kombination von Die und Chipgehäuse zustande kommen. Nvidia rechnet mit bis zu 200 Millionen Dollar Kosten, um defekte Grafikkarten auszutauschen, die bereits in aktuellen Notebooks arbeiten - um welche Modelle es sich handelt, führt der Hersteller aber nicht genauer auf. Durch die fehlerhafte Materialkombination vertragen sie Hitze weniger gut, als der Hersteller das geplant hatte, erklärt MacBidouille.fr. Das sei gerade beim Einsatz in Notebooks ein Problem, da diese dafür ausgelegt sind, die kühlenden Lüfter so spät wie möglich zuzuschalten: So sparen sie Strom und sorgen für den gewünschten Flüsterbetrieb. Im Falle betroffener Notebooks mit fehlerhaften Nvidia-Chips müssten nun die Notebooklüfter früher anspringen, damit es nicht zu Ausfällen komme - Nvidia arbeite bereits mit den Computerherstellern zusammen, um die Firmware entsprechend anzupassen. Ob auch Apple-Geräte betroffen sind, dürfte sich schon bald herausstellen: Wenn in der Softwareaktualisierung in den nächsten Tagen oder Wochen ein SMC-Update für MacBook Pro und iMac mit Nvidia-Grafik auftaucht und die betroffenen Geräte danach früher das Gebläse anwerfen, dann musste wohl auch Apple einlenken, um Schlimmeres zu verhindern. Man mag hoffen, dass das Update ausbleibt.

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