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"Falscher" Steve Jobs ist Forbes-Redakteur Daniel Lyons

06.08.2007 | 15:10 Uhr |

Für die einen ist es die lustigste Persiflage auf den Apple-Chef, für andere grenzt das "geheime Tagebuch des Steve Jobs" an Blasphemie. Der Mann hinter dem getürkten Steve-Jobs-Blog ist enttarnt.

Steve Jobs
Vergrößern Steve Jobs

Seit über einem Jahr foppt ein bis gestern Unbekannter die Blogosphäre und die Öffentlichkeit mit Geschichten, die Steve Jobs erlebt haben könnte. Urheber ist der Forbes-IT-Redakteur Daniel Lyons - und enttarnt hat ihn die New York Times. Lyons bloggt aber weiter als "Fake Steve".

"Was wird wohl passieren, wenn einer der führenden Persönlichkeiten der IT-Branche die Wahrheit und nichts als die Wahrheit erzählt?" Diese Frage stellte sich vor etwa 14 Monaten Daniel Lyons, als die ersten CEOs der Branche vorsichtig anfingen, das Medium Blog zu benutzen, aber dann doch nur aalglatte Verlautbarungen von sich gaben.

So begann der Forbes-Redakteur, die ganze Wahrheit selbst zu erfinden und startete mit seinem Fake Steve Jobs-Projekt auf Blogspot . Schnell machte das Projekt die Runde im Silicon Valley und der echte Steve Jobs wie auch Microsoft-Gründer Bill Gates bekannten öffentlich, Fans und regelmäßige Leser des Blogs zu sein. Persönlich hat der Falsche den Echten noch nicht kennen gelernt, aber das könnte sich jetzt ändern, schließlich ist die wahre Identität des Bloggers aufgedeckt. Lyons, der auch Romanautor ist, arbeitet an einer satirischen Novelle "Options: The Secret Life of Steve Jobs, a Parody", die den Aktienoptionsskandal um Apple aufgreift.

Die stilistischen Ähnlichkeiten im Manuskript und im Fake-Steve-Blog haben die New York Times auf die richtige Fährte geführt , Reporter Brad Stone konfrontierte seinen Kollegen mit den Rechercheergebnissen - und Lyons gestand. Doch kein Grund, um aufzugeben. Das Forbes-Magazin, Lyons Arbeitgeber, unterstützt ihren Redakteur bei seinem Hobby und sponsert von nun an das nicht mehr ganz so geheimnisvolle Tagebuch eines Steve Jobs. Ist ja auch eine hervorragende PR-Masche, um das eigene Buch und das Magazin öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzten. Das hat der falsche vom echten Steve Jobs gut abgeguckt.

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