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Fast jede zweite Firma Opfer von Wirtschaftskriminellen

29.11.2005 | 15:43 Uhr |

Fast jedes zweite deutsche Unternehmen ist nach einer Studie in den vergangenen beiden Jahren Opfer von Wirtschaftskriminellen geworden.

Durchschnittlich hätten die befragten Unternehmen, die betroffen waren, eine Schadenssumme von 3,4 Millionen Euro angegeben, berichtete die Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PWC) am Dienstag in Frankfurt. Knapp die Hälfte der Delikte wurde der PWC-Studie zufolge von eigenen, meist erfahrenen Mitarbeitern der Unternehmen begangen. Besonders anfällig seien Handel und Banken.

Die betroffenen Firmen wurden Opfer von Betrügern, Spionen, Produktpiraten und anderen Kriminellen. Die deutschen Unternehmen schützen sich zu wenig vor Wirtschaftskriminellen, warnte PWC. Nur 21 Prozent der befragten erwarteten einen Fall im eigenen Haus innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Die Auswertung, die 400 deutsche Unternehmen umfasste, ist Teil einer weltweiten, von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissenschaftlich begleiteten Studie. In dieser wurden Führungskräfte von 3 634 Unternehmen in 34 Ländern anonym befragt, die von über 1800 Einzelfällen berichteten. Untersuchungszeitraum waren die Jahre 2003 und 2004. Der Anteil von 46 Prozent bei den befragten Unternehmen in Deutschland liegt dabei über dem Westeuropaschnitt von 42 Prozent und im Vergleich zur Vorläuferstudie 2001/2002 um sieben Prozentpunkte höher. Am häufigsten klagten mit 77 Prozent afrikanische Unternehmen über Schäden durch Wirtschaftskriminelle, gefolgt von US-Firmen, die sich zu 52 Prozent als Opfer sahen.

Bei den Tätern in den betroffenen deutschen Unternehmen handelte es sich meist um erfahrene, männliche Mitarbeiter in Vertrauenspositionen: Nur jeder vierte Beschuldigte war erst weniger als zwei Jahre im Betrieb. Nur sieben Prozent der berichteten Fälle gingen auf das Konto von Frauen.

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