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Apple schweigt zu Font-Bug beim PDF-Export

05.04.2011 | 13:31 Uhr |

Mac-OS X 10.6.7 hat einen Fehler in der Einbettung von Schriften in PDF-Dateien; bestimmte Opentype-Fonts machen das PDF unleserlich.

Icon Mac-OS X
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© Apple

Myriad Pro ist einer der Auslöser, aber es gibt eine Reihe anderer Schriften - wie bei uns im Test Kozuka Gothic Pro - die Mac-OS X 10.6.7 aus dem Gleichgewicht bringen. Druckt man ein Dokument aus, das eine dieser Schriften enthält, führt das auf höherwertigen Druckern (mit eingebautem Postscript-Interpreter) zum Absturz. Der Drucker hängt. Wesentlich ärgerlicher ist, dass der Fehler außerdem dazu führt, dass man PDF-Dateien, die man über den Befehl "Drucken" erzeugt, so beschädigt werden, dass sie mit Mac-OS X 10.6.7 mit Vorschau noch benutzbar sind. Öffnet man die PDF-Datei aber an einem anderen Rechner - beispielsweise an einen Mac mit einer älteren Version des Betriebssystems oder an einen Windows-PC - ist die PDF-Datei unleserlich.

Fehler liegt eindeutig bei Mac-OS X

Mac-OS X 10.6.7 exportiert zerstörte PDF-Dateien
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Die Schriften sind aber nur der Auslöser, der eigentliche Fehler steckt in der Verarbeitung bestimmter Schriften. Offensichtlich interpretiert die Druckfunktion von Mac-OS Schriften im Format Opentype Postscript falsch; der Umriss der Buchstaben ("Glyph") wird falsch in die PDF-Datei übertragen. Die Software Vorschau ignoriert die falschen Glyphen, doch Adobe Acrobat, Adobe Reader und viele andere PDF-Darstellungsprogramme reagieren mit einer Fehlermeldung oder mit Totalverweigerung - beide bleiben hängen und lassen sich nur mit dem Befehl "Sofort beenden" ausschalten.

Da viele Softwarehersteller auf die PDF-Bibliotheken von Mac-OS X zurückgreifen, tritt der Fehler nach dem Update auf Mac-OS X 10.6.7 in vielen Programme auf. Reproduzieren lässt sich das Problem von uns beispielsweise Word, Powerpoint, Textedit, Pages und Sibelius. Es tritt auf, wenn eine der Schriften im Format Opentype Postscript im Dokument vorkommt und man mit dem Befehl "Ablage > Drucken" (oder "Datei > Drucken" oder mit "Ablage > Exportieren") ein PDF-Dokument speichert.

Ohne Fehler arbeiten nur Indesign und Xpress

Einige der professionellen Programme von Adobe wie Indesign, Illustrator, Acrobat Pro und die Software Quark Xpress nutzen dagegen eingebaute Hilfsprogramme, um PDF-Dokumente zu erzeugen. Dort tritt der Fehler nicht auf. Allerdings liegen uns Berichte vor, dass die Opentype-Schriften auch Adobe Flash Professional aus dem Tritt bringen können.

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