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Bericht: Neues Macbook Pro von Grafikausfällen bedroht

10.12.2008 | 10:50 Uhr |

Laut eines Berichts verwendet Nvidia bei den neuen Geforce 9600 im Macbook Pro die gleichen anfälligen Lötverbindungen, die schon zuvor zu Ausfällen geführt haben.

Macbook Pro 15 Zoll seitlich Oktober 2008
Vergrößern Macbook Pro 15 Zoll seitlich Oktober 2008
© Apple

Das Onlinemagazin The Inquirer meldet, dass Nvidia weiterhin die anfälligen Lötverbindungen verwendet, die beim Vorgänger des neuen Macbook Pro zu Defekten des Grafikprozessors geführt hatte. Diese so genannten "bumps" sind winzige Lötpunkte, mit denen die Beinchen der Mikrochips auf dem Mainboard verlötet sind. Nvidia hatte dem Magazin auf Anfrage bestätigt, dass bei den neuen Grafikchips neuartige, beständigere Lötmaterialien verwerden würden.

Der Inquirer hakte nach, zerlegte und zersägte ein eigens dafür gekauftes Macbook Pro. Unter dem Elektronenmikroskoskop und bei der Materialanalyse zeigt sich: Nvidia verwendet weiterhin die anfällige, stark bleihaltige Lötmasse, die sich beim Vorgänger Geforce 8600M als zu schwach herausgestellt hatte. Die alte Legierung der Lötverbindung besteht zu 95 Prozent aus Blei, der Rest ist Zinn. Bei dem neuen, stabileren Lot liegt das Verhältnis bei zwei Dritteln Zinn und einem Drittel Blei.

Bekanntes Problem

Bereits zuvor hatte das Magazin die Probleme der Grafikausfälle bei diversen Laptops auf die Lötverbindung der Nvidia-Chips zurückgeführt. Davon war auch das Macbook Pro mit Geforce 8600M betroffen. Apple hatte daraufhin die Garantie für die entsprechenden Modelle auf zwei Jahre verlängert . Es ist derzeit unklar, wo der Fehler verursacht wird und warum der Inquirer ein Gerät mit der Lötverbindung fand, die es laut Nvidia nicht mehr geben sollte. Zudem ist noch offen, ob alle Modelle oder nur einige davon betroffen sind.

Berichte über Ausfälle der neuen Grafikchips sind uns noch nicht bekannt. Beim Vorgängermodell machte sich dies durch einen Totalausfall der Grafikausgabe bemerkbar, der Bildschirm blieb schwarz. Nicht nur das Macbook Pro war betroffen, auch wenn NVidia dazu keine offiziellen Angaben macht. Nutzerberichten zufolge sollen auch Laptops von HP und Dell mit gleicher Grafikkarte die identischen Symptome zeigen. Die Rückrufaktion zwang Nvidia im Herbst zu einer Gewinnwarnung an die Aktionäre, das Problem hat das Unternehmen geschätzte 150 bis 200 Millionen Dollar gekostet.

Quelle: The Inquirer

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