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FBI schließt Megaupload und verhaftet Kim Schmitz

20.01.2012 | 12:51 Uhr

Die US-Bundespolizei FBI hat die bei Raubkopierfans beliebte Filesharing-Seite Megaupload.com offline genommen. Deren Betreiber ist der bekannte Hacker und Selbstdarsteller Kim Schmitz. Das FBI nahm ihn zusammen mit mehreren Kumpanen fest.

Megaupload.com ist derzeit nicht erreichbar. Auf Megaupload.com konnte jeder Interessent kostenlos Dateien hochladen und wieder herunterladen. Gegen Bezahlung einer Gebühr gab es mehr Tempo für Upload und Download. Dementsprechend erfreute sich Megaupload großer Beliebtheit bei Internetnutzern, die illegale Kopien von Musikstücken und von Kinofilmen austauschen wollten. Das Unternehmen Megaupload Ltd. hatte seinen Sitz in Hongkong und war deshalb bisher vor Strafverfolgung durch westliche Behörden relativ sicher; die Server von Megaupload standen in den USA und in Neuseeland.

Der Musik- und Filmindustrie war das natürlich ein Dorn im Auge. Das hatte nun Konsequenzen: Die US-Bundespolizei FBI nahm die Verantwortlichen von Megaupload.com in einer weltweiten Aktion fest, wie das Wall Street Journal berichtet. Die US-Behörden werfen Megaupload vor, mehr als 175 Millionen US-Dollar mit kriminellen Machenschaften umgesetzt zu haben. Den Rechteinhabern sei durch Megaupload ein Schaden von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar entstanden.

Kim Schmitz alias Kimble alias Kim Dotcom verhaftet

Vier Köpfe von Megaupload nahm die Polizei am Donnerstag in Neuseeland fest. Darunter befand sich auch Kim Schmitz, einer der schillerndsten und dubiosesten IT- und Internet-Männer aus Deutschland.

Der oft als „Kim Dotcom“ oder „Kimble“ bezeichnete 37 Jahre alte deutsche Kim Schmitz soll der Chef von Megaupload sein. Kim Schmitz ist in der Internetwelt eine bekannte Größe. Er war während des Internetbooms Ende der 90er Jahre ständig in den Medien präsent und erarbeitete sich zunächst einen zweifelhaften Ruf mit Hacker-Aktivitäten. Danach gründete er mehrere Unternehmen, die im weitesten Sinne im Bereich IT-Sicherheit aktiv waren. Schmitz verstrickte sich immer mehr in dubiose Aktivitäten, die schließlich zu seiner rechtskräftigen Verurteilung führten. Als „Kimble“ bezeichnete er sich selbst in Anlehnung an die bekannte Filmfigur aus „Dr. Kimble auf der Flucht“.

Der extrem korpulente und groß gewachsene Schmitz zeigte sich oft mit mehreren attraktiven Begleiterinnen auf teuren Yachten, auf Partys und vor teuren PS-starken Limousinen. Sein Auftreten und seine Selbstdarstellung sowie seine Äußerungen in der Öffentlichkeit führten dazu, dass er sich den Ruf eines Selbstdarstellers und Großmauls erarbeitete.

Ex-Hacker Schmitz in München verhaftet

Kim Schmitz Ende Mai vor Gericht

Kim Schmitz kommt mit Bewährung davon

Eine Zeitlang wurde es ruhig um Schmitz. Bis er mit Megaupload ein gewaltiges Comeback hinlegte – erneut mit zweifelhaftem Ruf. Das führte schließlich zu seiner Verhaftung durch das FBI am 19. Januar 2012.

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