895260

Film Gimp - Film-Software für Mac-OS X

21.01.2003 | 14:52 Uhr |

Durch die Unix-Wurzeln von Mac-OS X kommen auf den Mac auch einige Profi-Programme, die bisher nur unter Linux verfügbar waren

Apples neuer X-Window-Server X11, eine Laufzeitungebung für Unix-Programme, hat wieder die Aufmerksamkeit auf das etwas unübersichtliche Feld der Open Source-Programme gelenkt. Von den Programmen, die zuletzt auf die Mac-Plattform portiert wurden, ist wohl eines der glamourösesten die Software Film Gimp.
Auch im Film-Bereich, den sich Apple als einen seiner neuen Kernmärkte gewählt hat, gibt es schließlich eine Vielzahl erfolgreicher Linux-Programme.

So arbeitet nicht nur Steve Jobs Filmstudio Pixar mit dem kostenlosen Betriebssystem, auch die Mehrzahl der amerikanischen Filmproduktionsfirmen setzt vornehmlich Linux ein.
Eines der erfolgreichsten dieser Film-Bearbeitungsprogramme, das auch in Filmen wie Harry Potter oder Stuart Little zum Einsatz kam, ist Film Gimp. Das kostenlose Programm, das auf einer früheren Version des Bildbearbeitungsprogramms Gimp basiert, läuft dank X 11 auch unter Mac-OS X. Film Gimp wird, ähnlich wie die von Apple aufgekauften Programme Shake und Rayz, zum Compositing eingesetzt - etwa um aus einer Filmsequenz Nebel zu entfernen oder Spezialeffekte zu erzeugen. Im Unterschied zum Bildbearbeitungsprogramm Gimp ist Film Gimp in der Lage, mit 16-Bit-Material umzugehen und verfügt über einen Frame Generator für die Organisation von Filmbildern. Bis Mitte letzten Jahres hat es ausschließlich die Filmproduktionsfirma Rhythm & Hues verwendet, ab Juli 2002 wurde dann aus dem bis dahin firmenintern verwendeten Programm ein Open Source-Projekt im Rahmen der Organisation Sourceforge Net.

Die Installation unter Mac-OS X ist noch recht aufwendig. So ist neben installierten Developer-Tools und dem Installationsprogramm Fink auch etwas Erfahrung mit Unix-Systemen erforderlich. Eine ausführliche Installationsanleitung bietet die Seite Creativemac an.
Für den Privatanwender hat Film Gimp jedoch nach dem ersten Eindruck wenig zu bieten. Die Installation und Bedienung ist zu aufwendig und auch die größte Stärke des Programms, der Umgang mit hochauflösendem Filmmaterial im Rahmen einer Renderfarm, macht für Privatanwender schließlich wenig Sinn. Zumindest zeigt das Programm aber die Möglichkeiten, welche die Open Source-Bewegung Apple-Anwendern auch im Profi-Bereich bietet. sw

Info: Film Gimp filmgimp.sourceforge.net

0 Kommentare zu diesem Artikel
895260