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Finden statt suchen

29.06.2004 | 13:55 Uhr |

Per Metadaten Informationen finden ist im Internet ein alter Hut. Auf lokalen Systemen ist diese Art des Suchens allerdings noch nicht verbreitet. Microsoft will es in Longhorn einbauen, Apple hat es schon fast drin. Licht aus, Spot an - für Spotlight.

Metadaten sind bereits in nahezu allen Dokumenten moderner Programme enthalten. Dateien aus Word, Excel, Photoshop oder iTunes sind angereichert mit Informationen zum Autoren, zum Inhalt oder Erstellungs- sowie Änderungsdaten. In Panther sind diese Informationen allerdings nur dann sichtbar, wenn der Benutzer sie beispielsweise per Apfel-I in einem Finder-Dialog anzeigen lässt. In Mac-OS X 10.4 nutzt Apple diese bestehenden Informationen, um während der Laufzeit des Betriebssystem für den Benutzer unsichtbar einen separaten Index füllt, auf den die neue Spotlight-Suche bei Bedarf zurückgreift. Je nach Rechnerkonfiguration kann Spotlight so schnell den vorhandenen Index durchsuchen, dass bereits nach dem Eintippen einzelner Buchstaben die ersten Ergebnisse sichtbar sind. Zusätzlich lassen sich Suchvorgänge mit Kategorien einschränken, zum Beispiel "Künstler" bei Musikstücken oder Bildern beziehungsweise "Autor" bei Word-Dokumenten.

Von Haus aus beherrscht Spotlight den Import von Metadaten aus verschiedenen Dateiformaten, beispielsweise MP3- sowie AAC-Musikstücken, Grafiken (JPEG, GIF, TIFF, PNG und EXIF) reinen Textdateien (TXT, RTF, PDF-Dokumenten, Office-Objekten (Word, Excel), Keynote-Präsentationen, Photoshop-Bildern, E-Mails (Mail) und Adressinfos (Adressbuch). Namen von Dateien und Ordner landen ebenfalls in der Spotlight-Datenbank. Damit Spotlight weitere Dateiformate erkennt, müssen die Entwickler entsprechender Applikationen zunächst einen Metadaten-Importfilter anlegen, der dann zusammen mit der Anwendung in Mac-OS X 10.4 landet. Parallel zum Spotlight-Index legt Mac-OS X 10.4 alias "Tiger" zusätzlich eine Volltextdatenbank an, die bei der konkreten Suche nach bestimmten Inhalten in allen bekannten Dateitypen zum Einsatz kommt.

So revolutionär dieses Konzept klingt: Microsoft beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit einem solchen System, dass zum Erscheinen von "Longhorn", dem Windows-XP-Nachfolger, die Suche auf PCs erleichtern und beschleunigen soll. Ähnlich wie Apple setzt Microsoft dabei auf eine Datenbank, die zu jedem auf der Festplatte befindlichen und indizierbaren Objekt einen Meta-Datensatz im neuen Dateisystem "WinFS" ablegt. In den bisherigen Alpha-Versionen von Longhorn ist WinFS allerdings nicht aufgetaucht. Zwischenzeitlich machten sogar Gerüchte die Runde, dass Microsoft das neue Metadaten-System nicht mehr rechtzeitig zum Start von Longhorn fertigstellen könne. Nachdem Longhorn allerdings rund ein Jahr nach Tiger, im ersten Quartal 2006, in den Handel kommen soll, stehen die Chancen für eine "Spotlight"-inspirierte Technik im kommenden Windows gar nicht einmal schlecht. Und wer hat dann eigentlich von wem kopiert?

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