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Flashmob 1: Supercomputer für einen Tag

05.04.2004 | 17:11 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In die Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer wollte es die University of San Francisco an einem Tag schaffen. "Flashmob 1" nannten Student John Witchel und Greg Benson, Assistent am Informatik-Lehrstuhl, ihr Vorhaben, an dem sich am Samstag rund 660 Freiwillige mit ihrem PC oder Notebook beteiligten.

Die Rechner wurden in der Turnhalle der Universität zu einem Superrechner vernetzt. Via "Linpack"-Benchmark wurde eine Rechenleistung von 180 Gigaflops (180 Milliarden Fließkommaberechnungen pro Sekunde) ermittelt. Gemessen an der Tatsache, dass die Rechner innerhalb eines Tages vernetzt wurden, ein beachtlicher Wert, der jedoch nicht für die Aufnahme in die Top-500-Liste reichte, für die über 400 Megaflops notwendig wären.

Die Initiatoren werteten das Ergebnis dennoch als Erfolg. Flashmob-Supercomputing demokratisiere die Rechenleistung, indem es sie in die Hände des Volkes lege. So könne es selbst entscheiden, wofür sie verwendet werden soll, sagte Witchel.

Die zum Betrieb im Cluster notwendige Software wurde den Teilnehmern auf einer Boot-fähigen CD-ROM übergeben. Verbunden wurden die Rechner über ein 10-Gigabit-Backbone, das mit Fastiron-Switches von Foundry ausgestattet war. Zu den weiteren Sponsoren zählte Hewlett-Packard. Das Unternehmen stellte zwei Supercomputing-Spezialisten zur Verfügung und finanzierte die Ausgabe von T-Shirts an die Freiwilligen. Die National Electronic Gaming League stellte für die Dauer der Veranstaltung Spielgeräte bereit, an denen sich die rechnerlos gewordenen Flashmobber vergnügen konnten. (lex)

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