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Flatrate als Verlustgeschäft: Surf1 ist pleite

04.09.2000 | 00:00 Uhr |

Was sich bereits in den vergangenen Woche angedeutet hatte, ist nun offiziell: Der Internet-Dienstleister Surf1 aus Bitburg ist zahlungsunfähig geworden. Das Amtsgericht Bitburg bestätigte am Freitag einen Insolvenz-Antrag des 1996 als Silyn-Tek-Communications GmbH gegründeten Unternehmens. Surf1 bot seinen Kunden seit Oktober 1999 Flatrate an. 80 Prozent der Nutzer hätten sich länger im Netz aufgehalten, als von Surf1 zuvor kalkuliert, sagte Geschäftsführer Nylis G. Renschler. Dies sei auf Dauer unter den derzeitigen Rahmenbedingungen in Deutschland nicht finanzierbar. "Da uns hierdurch wahrscheinlich immense Verluste entstehen, ist zu befürchten, dass alle Flatrate-Zugänge kurzfristig abgeschaltet werden müssen", sagte Renschler. Surf1 habe als erstes deutsches Unternehmen die Konsequenzen aus der Krise der Flatrate-Branche gezogen.
Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben im Jahr 1999 einen Umsatz von mehr als 4,4 Millionen Mark. Im ersten Quartal dieses Jahres habe der Umsatz bei mehr als 11 Millionen Mark gelegen. Danach sollte der Börsengang 2001 erfolgen. Im August seien mehr als 80 Mitarbeiter im Unternehmen tätig gewesen. Noch am 28. August 2000 kündigte Surf1 in einer Pressemitteilung "The Next Generation Flatrate" an. "Surf1 GmbH durchbricht im 4. Quartal 2000 mit einer neuen interaktiven Flatrate für nur 19 Euro monatlich die Schallmauer und dringt damit als Pionier in eine neue Dimension des Internetzeitalters vor." ab

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