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Flüssiges Metall soll PCs kühlen

11.08.2005 | 10:25 Uhr |

Das Moore'sche Gesetz behält seit rund 40 Jahren seine Gültigkeit. Es besagt, dass die Prozessorleistung ohne Verteuerung des Rechenkerns exponentiell steigt. Die Rechenkapazität fordert ihren Tribut allerdings in Form von Abwärme.

Leistungsstarke Prozessoren erreichen Experten zufolge Temperaturen von bis zu 100 Grad, wenn sie nicht gekühlt werden. Die Folgen sind Rechenfehler, nicht korrekt funktionierende Grafikkarten, abstürzende Rechner und im schlimmsten Fall dauerhafte Hardwareschäden. Hitzeprobleme sind auch der Grund, aus dem Intel im vergangenen Jahr die Entwicklung einer Hochgeschwindigkeits-CPU aufgab. Die hauseigenen Forscher fanden keinen praktikablen Weg, um die Chips zu kühlen.

Suresh Garimella zufolge sind die Möglichkeiten der Kühlung über Ventilatoren ausgereizt. Es gebe einen großen Bedarf an modernen, kompakten und kostengünstigen Kühlsystemen, so der Chef des Cooling Technologies Research Center an der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana.

Eine mögliche Lösung des Problems ist aus der Kühlung von Atomreaktoren bekannt: Flüssiges Metall. Ähnlich wie bei der Reaktortechnik soll durch ein Röhrensystem im Computer eine Metalllegierung geleitet werden, die sich bei Temperaturen über sieben Grad Celsius verflüssigt. Sie besteht aus Gallium, Indium und Zinn. Das Metall nimmt 65-mal mehr Wärme als Wasser auf und leitet diese 1600 mal besser als Luft ab. So ist eine schnelle effektive Kühlung der Chips möglich, heißt es bei NanoCoolers. Das in Austin, Texas, beheimatete Startup zählt zu den maßgeblichen Entwicklern der Technik.

Im Gegensatz zu Wasserkühlsystemen arbeitet die Flüssigmetallkühlung nicht mit mechanischen Pumpen. Das Metall wird über Elektromagneten durch die Röhrchen im Rechner transportiert. Dadurch ist das System sehr leise und energiesparend, sagte Garimella.

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