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Fon will drahtloses Internet überall

08.02.2006 | 11:01 Uhr

Google und Skype wollen den flächendeckenden drahtlosen Zugang zum Internet zur Realität machen - und setzen dabei auf die gemeinsame Nutzung privater Anschlüsse. Die beiden Unternehmen beteiligen sich zusammen mit Risikokapitalgebern an dem spanischen Start-up Fon.

Kern der Idee ist, dass jeder Internetnutzer seinen Zugang mit anderen teilen kann, nach Wahl mit oder ohne Gebühr. Als Chefin des Aufsichtsrats in Deutschland wurde die ehemalige Chefin des Mitmachsenders 9Live, Christiane zu Salm, verpflichtet. "Wir erwarten eine Million Hotspot-Nutzer bis 2010 und werden damit die größte kabellose Netzzugangsgemeinde weltweit sein", sagte zu Salm am Dienstag in München.

Fon hat mehrere Modelle. Beim ersten stellt der Nutzer seinen drahtlosen Internet-Zugang kostenlos zur Verfügung und darf sich dafür selbst auch kostenlos bei anderen einklinken. Solche Nutzer werden im Fon-Jargon "Linus" genannt - nach Linux-Entwickler Linus Torvalds. Im zweiten Fall stellen Nutzer ihren DSL-Anschluss gegen Geld zur Verfügung. Sie werden "Bills" genannt, nach Microsoft-Chef Bill Gates. "Aliens" heißen Nutzer, die ins Internet wollen und dafür Geld an Fon bezahlen.

Man gehe davon aus, dass sich alle Nutzungsmodelle in einem ausgewogenen Verhältnis etablierten, sagte zu Salm. Prognosen zu Umsätzen könne sie aber nicht abgeben. Zu Salm soll für Fon in Deutschland nun ein Management-Team aufbauen. Geplant sei dafür die Gründung einer Aktiengesellschaft, sagte die Medienmanagerin.

Der "Financial Times Deutschland" zufolge investieren die beteiligten Unternehmen 18 Millionen Euro. Binnen eines Tages nach Bekanntgabe des Einstiegs von Google und Skype habe sich die Zahl der registrierten Nutzer auf 6.000 etwa verdoppelt, sagte zu Salm. Bis zum Ende dieses Jahres rechnet Fon mit rund 50.000 registrierten Nutzern.

Experten zeigen sich allerdings skeptisch. So müsse sich jeder Nutzer erst einmal eine Software auf seinem Rechner installieren. Danach kann jeder Fon -Nutzer über die Basisstation surfen. Im Falle von illegalen Machenschaften über Hotspot sei die Rechtslage derzeit unklar. (dpa/mth)

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