953611

Forscher: Gewalthaltige Computerspiele stumpfen ab

31.07.2006 | 15:38 Uhr |

Erst spielen, dann gucken – so untersuchten Psychologen der Iowa State University die Wirkung von aggressiven Computerspiele auf ihre studentischen Probanden.

Während moderne Computerspiele nach Ansicht des Trendforschers Matthias Horx «die kognitiven Fähigkeiten, die wir in der Arbeits- und Wissenswelt des 21. Jahrhundert brauchen» schulen ( Macwelt.de berichtete ), sehen amerikanische Psychologen die Gefahr sinkender Sensibilität für reale Gewalt nach dem Konsum gewalthaltiger Computerspiele. Zu diesem Resultat kamen die Forscher, nachdem sie 124 männliche und 133 weibliche Probanden nach einer Zufallauswahl 20 Minuten lang mit "harten" sowie gewaltfreien Computerspielen konfrontierten. Anschließend zeigten die Wissenschaftler den Probanden ein zehnminütiges Video mit Polizeibildern, Szenen aus Gerichtsälen, Schießereien und Kämpfen. Dabei maßen sie den Herzschlag und die Stressreaktionen auf der Haut. Ergebnis: Die Bilder mit realer Gewalt führten bei den Testpersonen nach den Spielen mit aggressiven Darstellungen zu deutlich geringeren Reaktionen als bei den Probanden, die ein "harmloses" Spiel vorgesetzt bekamen. Die Gewaltvideospiele führten demzufolge dazu, dass sich die Nutzer an Gewalttätigkeit gewöhnten und daher weniger auf solche Bilder reagierten, erklärte der Leiter der Untersuchung Nicholas Carnagey.

Info: The effect of video game violence on physiological desensitization to real-life violence (Zusammenfassung)

0 Kommentare zu diesem Artikel
953611