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Forscher entwickeln neuartiges Speichermedium

15.05.2006 | 10:47 Uhr

Ein von Wasser umhüllter Barium-Titanoxid-Nanodraht könnte nach Angaben US-amerikanischer Wissenschaftler mehr als 100.000 Terabit pro Kubikzentimeter speichern.

Das Drähtchen ist 100.000 Mal dünner als ein menschliches Haar und würde nach Angaben der Forscher von der University of Pennsylvania, der Drexel University sowie der Harvard University außerdem Transferraten so schnell wie bei RAM (Random Access Memory) erreichen. Ließe sich die Technik kommerzialisieren, dann "könnte ein Gerät von der Größe eines iPod genug Musik für 300.000 Jahre Wiedergabe ohne Wiederholung eines Titels oder Video in DVD-Qualität für 10.000 Jahre ohne Wiederholung speichern", heißt es in einer Mitteilung der University of Pennsylvania.

Das umgebende Wasser nutzen die Forscher, um die Ferroelektrizität in den Nanodrähten zu stabilisieren und zu kontrollieren. Jonathan Spanier, Assistenzprofessor für Materialwissenschaft an der Drexel und einer der Lead Researcher des Projekts, warnte allerdings, dass es noch "enorm viel" Forschungsarbeit zu erledigen gelte. Die Technik sei aber vielversprechend.

Ein Problem heutiger Magnetspeicher (Disk und Tape) sei die Instabilität auf molekularer Ebene. "Die Magnetisierung springt aufgrund von Temperaturschwankungen spontan um", erklärte Spanier. Bei der neuen Forschung sei es gelungen, ein Bit zu lesen und zu schreiben, das in einem Draht mit drei Nanometer Durchmesser stecke. Wenn es gelinge, solche Drähtchen in Reihen anzuordnen, biete das eine enorme Speicherkapazität. Zum jetzigen Zeitpunkt stehe aber "überhaupt noch nicht fest, wie ein solches Gerät aussehen würde".

Laut Spanier handelt es sich noch um Grundlagenforschung im frühen Stadium. Diese habe man aber schon mit einigen Herstellern diskutiert. Ob man aber letztlich mit Nanodrähten oder Dünnfilmen arbeiten werde und wie die Moleküle zu manipulieren seien, bleibe vorerst abzuwarten. (tc)

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