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Digitale Gesichtserkennung mit nur einem Foto

29.01.2008 | 11:31 Uhr |

Ein Set von Algorithmen, das eine Gesichtserkennung anhand von Fotos erlaubt, hat der Forscher Hung-Son Le an der schwedischen Universität Umea entwickelt. Die Algorithmen dienen dazu, ähnliche Gesichter in Bilddatenbanken zu finden. "Es kann ein einzelnes Foto verwendet werden, um das System zu trainieren", beschreibt Hung-Son Le im Gespräch mit pressetext die Besonderheit seiner Entwicklung.

Der grundlegende Umgang mit den Fotos basiert auf dem sogenannten "Hidden Markov Model" (HMM). "HMM ist ein statistisches Werkzeug, das in vielen Bereichen zur Modellierung von Mustern verwendet werden kann", erklärt Hung-Son Le. Die Methode sei weit verbreitet und auch zur Gesichtserkennung bereits in Gebrauch. "Bisherige HMM-Zugänge haben viele Trainings-Fotos erfordert", erläutert der Forscher den wesentlichen Unterschied zu seinem Modell. Dieses kann ein Gesicht mit nur einem Foto als Referenz erkennen. "Ich verwende eine weitere Methode, um den Kontrast und visuelle Details zu verbessern", gibt Hung-Son Le eine zusätzliche Stärke seines Algorithmen-Sets an. Damit kann es mit unzureichend oder zu stark belichteten Bildern oder unterschiedlichem Mienenspiel umgehen. Sonnenbrillen und besonders Vermummungen bleiben allerdings wie bei allen Algorithmen zur Gesichtserkennung problematisch.

Das System wurde anhand von internationalen Standards wie die Face Recognition Technology (FERET) Datenbank getestet und hat nach Angaben Hung-Son Les dabei bessere Ergebnisse erzielt als derzeit gängige Lösungen. Kommerzielle Anwendungen der Forschungsergebnisse sind bereits in Entwicklung, darunter eine Websuchmaschine für Gesichter.

Mit dem ebenfalls schwedischen Start-up Polar Rose , dessen Gesichtssuche sich derzeit in der geschlossenen Beta-Phase befindet, steht Hung-Son Le eigenen Angaben nach nicht in Verbindung. "Meines Wissens nach arbeitet sie nicht mit automatischer Gesichtserkennung", sagt er zur Polar-Rose-Suche. Das stimmt auch, wie das Unternehmen auf Anfrage von pressetext bestätigt. Die aktuelle Beta-Version kann zwar Gesichter auf Fotos finden, enthält aber noch keine Algorithmen zum automatischen Vergleich. Eine entsprechende Funktionalität sei aber ebenfalls in Planung. (pte)

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