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Foveon: 3-Schichten Bildsensor mit 4,5 Megapixel

23.06.2004 | 14:45 Uhr |

Foveon stellt den dank seiner Größe für Kompaktkameras sehr gut geeigneten F19 vor, einen 1/1.8 Zoll CMOS-Bildsensor mit 4.5 Megapixel Auflösung.

Das Besondere an dem Sensor ist Foveons schon vor 2 Jahren vorgestellte von Mikroprozessor-Pionier Dr. Carver Mead entwickelte X3-Technik. Das bedeutet, dass der Sensor die RGB-Farben in drei Schichten aufnimmt wie ein Foto-Film. Herkömmliche CCDs (Charged Coupled Device) verteilen die Pixel für die drei Farben wie ein Mosaik gleichmäßig über eine Schicht ("Bayer-Farbmatrix"), ein Pixel nimmt nur entweder rot, grün oder blau auf. Was dazu führt, dass die Bildqualität unter Interpolation, Moiree-Effekten und Farbartefakten leidet, welche die CCD-Kamerhahersteller mit Unschärfe kaschieren müssen. Foveons CMOS-basierte X3-Technik nimmt also ingesamt 75% mehr blaue, 75% mehr rote und 50% mehr grüne Pixel auf als CCD, insgesamt also zwei Drittel mehr Bildinformation, was zu mehr Schärfe und besseren Farben bei gleicher Pixelauflösung führt.
Foveons Bildsensoren unterstützen auch ein Feature namens VPS (Variable Pixel Size), in der bei niedrigeren Auflösungen als die Original-Sensorauflösung mehrere Pixel wie ein Pixel behandelt werden. Aus den einzelnen Messwerten der Gruppen-Pixel wird ein Mittelwert gebildet, dies trägt dazu bei das Bildrauschen drastisch zu reduzieren und ermöglicht rauschfreiere Fotos unter lichtschwachen Bedingungen. Ein zusätzlicher Vorteil von VPS ist, dass durch die Technik die Framerate verbessert wird: Ein F19 kann 1420x1060 in 7 FPS und 640 x 480 in 30 FPS aufnehmen. Es ist somit zum ersten Mal möglich, eine Kamera zu bauen, die sowohl hochauflösende Fotos als auch Bewegtbilder in bester Qualität und Framerate aufnehmen kann.
Die vermeintlich niedrige Megapixel-Zahl war bisher zusammen mit dem hohen Preis der Profi-Kameras, die bis dato die einzigen mit Foveon-Chips sind ein Grund, warum sich Foveons klar bessere Technik nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Mit einer Auflöung von 1420 x 1060 (effektiv 1.5 Megapixel) wertet Foveon nun je drei Farben pro Pixel einzeln um auf einen Wert von 4,5 Megapixel zu kommen. Damit will man eine bessere Vergleichbarkeit zu Bayer-Matrix CCDs bieten.
Verbaut werden höher auflösende Brüder des F19 in Profi-Spiegelreflex-Kameras von Sigma (SD9 und SD10), als erste Consumer-Kamera hat Polaroid auf der Cebit die x530 vorgestellt, die den F19-Chip integriert hat. Sie ist ab September für rund 400 Euro im Handel.
Laut Foveon wird der F19 auch in der Spezialkamera Hanvision HVDUD-5M verbaut, die im industriellen, wissenschaftlichen und medizinischen Umfeld positioniert ist.

Info Foveon X3-Technologie
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