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Foxconn kündigt in China umfassende Lohnerhöhungen an

31.05.2012 | 07:14 Uhr |

Der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn hat durch seinen Vorsitzenden und Präsidenten Terry Gou mitteilen lassen, dass der Lohn der Mitarbeiter in China bis Ende 2013 verdoppelt werden soll.



Zunächst einmal wolle man die Gehälter für die Foxconn-Angestellten in China so anpassen, dass sie den Mindestlohn in Taiwan bis Ende des Jahres übersteigen. Dies entspricht laut Kommentatoren einer Steigerung von derzeit 2200 Yuan auf 4000 Yuan (350 auf 630 US-Dollar) monatlich und bedeutet eine Lohnerhöhung um 82 Prozent. Doch damit nicht genug – bis Ende 2013 sollen die Foxconn-Arbeiter in China das Gehalt mit Ausgang vom jetzigen Einkommen auf insgesamt 4400 Yuan (690 US-Dollar oder 555 Euro) verdoppelt bekommen. Dies berichtet die chinesische Zeitung Want Daily respektive die englischsprachige Ausgabe Want China Times .

Analysten bemerken dazu, dass dies für das Unternehmen einen spürbaren Rückgang bei der Marge bedeute. Ein Ziel, das Foxconn damit erreichen will, könnte die Motivation zu höherwertiger Arbeit in den Betrieben sein. Hinter Foxconn steht das taiwanesische Unternehmen Hon Hai Precision Industry, das 1974 vom jetzigen Vorstandschef Terry Gou gegründet wurde und außerhalb von Taiwan unter dem hierzulande bekannten Namen Foxconn firmiert. Allerdings ist Foxconn einer der größten Hersteller von Elektronik- und Computerteilen weltweit, Apple ist nur einer von mehreren bedeutenden Unternehmen, für die der Konzern herstellt und liefert. Einen ausführlichen Überblick über die Hintergründe findet man beispielsweise bei Sharewise .

Forbes vermutet, die wahren Gründe für den relativ imposanten Gehaltserhöhungen seien weniger ethischer Natur, sondern haben damit zu tun, dass in den chinesischen Landesteilen, in denen auch Foxconn angesiedelt ist, der Arbeitsmarkt einen Mangel an Arbeitskräften aufweise, was durch eine attraktiveres Gehaltsangebot ausgeglichen werden soll. Außerdem plane Foxconn eine Umstellung der Fabriken auf automatisierte Abläufe durch Roboter. Um diese zu bedienen, benötige man besser ausgebildete und damit auch teurere Arbeitskräfte. Andererseits dürfte dies den Bedarf an Arbeitsplätzen bei Foxconn insgesamt reduzieren, wodurch wieder Kosten eingespart werden können.
 
Info: Forbes

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