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Foxconn zieht hohe Schadenersatzforderung gegen Journalisten zurück

31.08.2006 | 13:04 Uhr |

Nach einem Sturm der Entrüstung in China hat Foxconn seine hohe Schadenersatzforderung gegen zwei Journalisten zurückgezogen, die schlechte Arbeitsbedingungen in seiner iPod-Fabrik angeprangert hatten.

"iPod-City"-Fotos aus der Mail on Sunday, Apple
Vergrößern "iPod-City"-Fotos aus der Mail on Sunday, Apple
© Apple

Das taiwanesische Mutterhaus des südchinesischen Unternehmens Foxconn, Hon Hai Precision Industry, teilte am Mittwochabend in Taipeh mit, statt 30 Millionen Yuan (umgerechnet 3 Millionen Euro) jetzt nur noch symbolisch einen Yuan (10 Cent) zu fordern. Die Klage werde aber nicht aufgegeben, «um Hon Hais Namen reinzuwaschen», sagte ein Sprecher.

Journalisten und Rechtsexperten in China sahen in der Klage bei einem Gericht im südchinesischen Shenzhen, das sogar das gesamte Vermögen der Reporter der renommierten Schanghaier «China Business News» eingefroren hatte, lediglich einen Einschüchterungsversuch. Die Journalisten Wang You und Weng Bao hatten ohnehin nur Recherchen des britischen Boulevardblattes «Mail on Sunday» aufgenommen, die weltweit schon für Aufmerksamkeit gesorgt hatten. Gegen die britische Zeitung hatte Foxconn allerdings nicht geklagt. Die chinesischen Journalisten hatten beschrieben, wie Arbeiter bei Foxconn täglich mehr als zwölf Stunden schufteten und nur 100 Euro Lohn im Monat Gehalt bekämen. Eine Untersuchung konnte zwar einige der Vorwürfe entkräften, doch räumte Apple Verstöße gegen seinen Verhaltenscodex ein: Überstunden lägen um 35 Prozent über dem Maximum und zu einem Viertel der untersuchten Zeit hätten Angestellten «mehr als sechs Tage in Folge» gearbeitet. Apple bemüht sich seit Tagen hinter den Kulissen, den Streit um seinen Hersteller zu entschärfen. (dpa)

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