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'Fragen Sie doch eine Mutter nicht nach dem liebsten ihrer drei Kinder'

26.09.2003 | 14:16 Uhr |

Interview mit Sandy Green - Produktmanagerin Powerbooks bei Apple

Im Rahmen der Europareise von Sandy Greene, Direktorin des Powerbook-Produktmarketings und Scott Broderick, in Cupertino für das Marketing von Eingabegeräten verantwortlich, hatte Macwelt exklusiv die Gelegenheit, die beiden Apple-Manager zu den in Paris auf der Apple Expo vorgestellten Produkten zu befragen.

Macwelt: Die neuen Powerbooks besitzen viele Schnittstellen und Funktionen, welche neuen Features hat sich Apple für die Zukunft ausgedacht?

Green: Da sind wir auf das Feedback der Anwender angewiesen. Wir haben ja bereits beim neuen 12-Zoll-Powerbook deshalb die Mini-DVI-Schnittstelle eingebaut, weil das die am häufigsten gestellte Anfrage der Anwender des kleinen Powerbooks war. Außerdem haben wir standardmäßig auf Bluetooth gesetzt, weil wir denken, dass das künftig eine immer größere Rolle für Peripherie spielen wird.

Macwelt: Um allerdings ein Apple Cinema Display an das Powerbook anzuschließen benötigt man einen DVI-ADC-Adapter, der ja mit weiteren 100 Euro zu Buche schlägt.

Green: Das ist richtig. Wir haben lediglich einen Mini-DVI-auf-DVI-Adapter und einen DVI-VGA-Adapter dem kleinen Powerbook beigelegt, da das technisch relativ leicht zu realisieren ist. Da allerdings nur ein kleiner Teil der Anwenderschaft tatsächlich ein Cinema Display anschließt - auch wenn wir uns mehr wünschen würden -, haben wir darauf verzichtet, jedem Gerät diesen Adapter beizulegen.

Macwelt: Derzeit ist noch nicht sehr viel Peripherie für die Bluetooth-Schnittstelle erhältlich. Was hat Apple - außer der funklosen Tastatur und der Mäuse - dazu bewogen, Bluetooth in die neuen Rechner zu integrieren?

Green: Lassen Sie mich die Situation mit der Einführung des iMac 1998 vergleichen. Bis dahin war die USB-Schnittstelle zwar bereits verfügbar, nur ging die Entwicklung passender Peripherie schleppend voran. Erst als Apple konsequent auf diese Schnittstelle gesetzt hat, hat die übrige Industrie nachgezogen und USB konnte sich zur universellen Standardschnittstelle für Drucker, Scanner und so weiter entwickeln. Wir erwarten das gleiche für Bluetooth. Schon heute bauen die Hersteller von Mobiltelefonen in ihre neuen Modelle Bluetooth ein und forcieren damit den mobilen Trend. Das zusammen mit unseren Powerbooks ist eine glänzende Ergänzung.

Macwelt: Die Powerbooks besitzen nun keinen L3-Cache mehr sondern nur noch einen 512 KB großen On-Chip-L2-Cache. Welche Überlegung steckt dahinter?

Green: Die G4-Prozessoren, die wir für die Powerbooks verwendet haben, besitzen keinen L3-Cache mehr, da mit einem 512 KB großen L2-Cache der Prozessor ausreichend schnell mit Daten versorgt werden kann. Da der L2-Cache on-chip verbaut ist, sind die Zugriffszeiten denkbar niedrig. So dass es für uns ausreichend war und wir auf den L3-Cache problemlos verzichten konnte.

Macwelt: Stimmt es, dass der fehlende L3-Cache die Laufzeit der Batterie verlängert?

Green: Nun, ich glaube nicht, dass es da eine direkte Korrelation zwischen den beiden Dingen gibt, es ist zwar richtig, dass man mehr Energie verbraucht, wenn man mehr Komponenten auf die Platine bringt, aber unsere Batterien halten mit fünf respektive viereinhalb Stunden so lange, dass man da kaum einen Unterschied spüren kann.

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