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Französisches Gesetz bedroht Exklusivität von iPod und iTunes

20.03.2006 | 12:42 Uhr |

Zunächst schien das Thema iPod und iTunes aus dem von der französischen Nationalversammlung diskutierten Gesetz "Autorenrechte und verwandte Rechte in der Informationsgesellschaft" ausgeklammert, am frühen Morgen des Freitag einigten sich jedoch die Abgeordneten auf eine Fassung, in der Apples Praxis, den iTunes Music Store exklusiv an den iPod zu koppeln, als Wettbewerbs schädigend bezeichnet wird.

Dem aktuellen Gesetzesvorschlag zufolge müssten Hersteller von DRM-Systemen diese soweit ändern und offen legen, damit die Systeme auch mit den Player und Services der Konkurrenz zusammenarbeiteten. Hersteller, die sich dem verweigerten, könnten gerichtlich unter Androhung von Strafgeldern dazu gezwungen werden. Die Nationalversammlung will am Dienstag dieser Woche über das Gesetz abstimmen, danach hat der Senat über die Regelung zu befinden. Analysten rechnen damit, dass Apple ähnlich wie Microsoft im Streit mit der EU reagieren könne, durch gelassenes Abwarten. Gerichtsprozesse zögen sich womöglich über Jahre hin, der in der Zeit in Frankreich, dem drittgrößten Download-Markt in Europa, erzielte Umsatz würde Gerichtskosten und mögliche Strafen deutlich übertreffen. Ein weiterer Aspekt des Gesetzes könnte die Entwicklung und den Vertreib von P2P-Software für Tauschbörsen illegal machen. Der Download einer urheberrechtlich geschützten Datei aus einer Tauschbörse wird mit 38 Euro Buße bestraft, wer sich beim Upload erwischen lässt, soll 150 Euro an die Staatskasse zahlen müssen.

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