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Freispruch im DRM-Prozess

17.12.2014 | 10:48 Uhr |

Mehr als fünf Jahre nach dem Ende des DRM "Fairplay" ist auch ein Prozess mit einem Freispruch für Apple zu Ende gegangen.

Die mit dem Prozess um Apples Digitales Rechtemanagement (DRM) "Fair Play" befasste Jury hat Apple vom Vorwurf der geplanten Monopolisierung des Musikgeschäftes frei gesprochen. In der Sammelklage ging es um iPods aus den Jahren 2006 bis 2009, die nur im iTunes Store gekaufte oder von CD gerippte Songs abspielten.

Das Gericht hatte zu entscheiden, ob Apple mit dem DRM die Konkurrenz absichtlich aus seinem Universum aussperrte. Die bereits im Jahr 2005 eingereichte Klage war vor allem daran gescheitert, dass die beiden Vertreter der Sammelklage nicht beweisen konnten, zu den Käufern der inkriminierten iPods gehört zu haben. Apple zeigt sich nach Abweisung der Klage, die sich um einen Streitwert von 350 Millionen US-Dollar drehte, erleichtert: "Wir danken der Jury für ihren Einsatz und ihr Urteil. Wir haben iPod und iTunes entwickelt, damit unsere Kunden die beste Möglichkeit zum Musikgenuss haben." Updates von Hardware und Software habe man gemacht, um die Produkte weiter zu verbessern.

Apple hatte zum Start des iTunes Music Store im April 2003 den digitalen Kopierschutz "Fair Play" auf Druck der Musikindustrie eingeführt, wie Apples Senior Vice President of Internet Software and Services - als solcher für den iTunes Store zuständig - vor Gericht aussagte. Das aus vier großen bestehende Oligopol der Musikindustrie wäre anders nicht zum digitalen Vertrieb ihrer Inhalt zu überzeugen gewesen. Ursprünglich konnte man nur auf fünf Rechnern die im iTunes Store gekauften Songs abspielen und auf beliebigen Player, sofern sie von Apple waren. Wiedergabelisten ließen sich zunächst nur siebenmal brennen, später hob Apple die Schranke auf zehn Brennvorgänge an.

Insbesondere der Hersteller Palm versuchte mehrmals mit Methoden des Reverse Engineering die Sperre zu knacken und seine Player damit kompatibel mit iTunes und somit dem iTunes Store zu machen. Apple warf dem Konkurrenten "Piraterie-Methoden" vor und änderte mehrmals mit Wartungsupdates für iTunes die geknackten Schnittstellen - die wenig erfolgreichen Palm-Player blieben wieder außen vor.

Im offenen Brief "Gedanken über Musik" kritisierte Apple-CEO Steve Jobs im Februar 2007 die Forderungen der Industrie, mit einem Kopierschutz den Genuss von Musik einzuschränken. Wenig später schon entfernte die britische Firma EMI den Kopierschutz von ihren Titeln, es sollte aber noch bis April 2009 dauern, bis der iTunes Store komplett frei von DRM war. Im Gegenzug gab Apple die Einheitspreise auf, seither können einzelne Titel auch mehr als die bis dahin geforderten 99 Cent und Alben mehr als 9,99 Euro kosten.

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