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Früher war alles besser

15.06.2004 | 16:35 Uhr |

Er ist da, und die halbe Macwelt-Redaktion hat schon eingekauft: Apples iTunes Music Store ist endlich für Deutschland, Frankreich und Großbritannien eröffnet. Mit Kreditkarte, Power Macs und Windows-PC erleben wir große und viele seltsame Momente.

Wie viele andere Computer-Nutzer auf dieser Welt ist auch unter den Macwelt-Redakteuren die Meinung weit verbreitet, dass sich der teure Kauf von Original-CDs schon lange nicht mehr lohnt. Immer teurer scheinen die Alben von mehr oder weniger bekannten Stars zu sein, diametral dazu gibt es immer weniger Informationen über die Künstler in den vermeintlichen Booklets, von kompletten Songtexten ganz zu schweigen. Da kommt allen die lang herbei gesehnte Eröffnung des iTunes Music Store (iTMS) in Europa doch gerade recht. Moment, nicht ganz Europa, seit heute dürfen gerade mal deutsche, französische und britische Europa-Bürger im Online-Musik-Shop von Apple einkaufen. Alle anderen Länder müssen sich noch etwas gedulden, hier will Apple in den kommenden Monaten einen allgemeinen in englischer Sprache gehaltenen Shop starten.

Den Zugang zum iTMS gibt es wie schon gewohnt über die beliebte Jukebox-Software iTunes, derzeit aktuell in der Version 4.6 für Mac-OS X und Windows 2000 beziehungsweise XP. Immer mit dabei ist Quicktime 6.5.1, das die passenden Codecs für die Audioausgabe der per Digital Rights Management geschützten iTMS-Stücke liefert. Eintritt in den Music-Store gibt es wie im US-Vorbild entweder über eine vorhandene .mac-Mitgliedschaft oder über ein AOL-Konto. Besonders die AOL-Methode könnte in Deutschland sehr wichtig sein, immerhin zählt die Bertelsmann-Tochtergesellschaft hierzulande zu den größten Internet-Providern direkt nach T-Online. Abrechnungstechnisch hat sich im Vergleich zu den US-Kollegen ebenfalls nichts verändert, die Angaben der Daten einer gültigen Visa- oder Mastercard-Kreditkarte ist vor dem erfolgreichen Download der Musik immer noch Pflicht. Allerdings lassen sich bereits Gutscheine und Prepaid-Konten für andere Personen verschicken, die einzelnen Prepaid-Karten sind wohl bereits in Vorbereitung - zumindenst sind die Informationen dazu bereits in gutem Deutsch nachlesbar.

Apropos "Deutsch": Obwohl es einen ausgewiesenen Bereich für deutsche Kunden gibt, bietet der Music Store seine Waren zu 90 Prozent in englischer Sprache an. Lediglich die bereits enthaltenen Einträge deutscher Künstler wie Klaus Lage, Heinz Rudolf Kunze, Herbert Grönemeyer oder Rosenstolz präsentieren deutsche Infotexte und passende Links. Bei den Sonderfunktionen des Music Stores wie Billboard und Radio Charts ist alles noch auf Nordamerika gepolt, die lokalen Media-Control-Listen glänzen durch Abwesenheit. Und genau dieser Fakt verleitet zu einem spontanen Top-10-Test: Wieviele Songs der aktuellen deutschen Media-Control-Charts hat der deutsche iTMS wohl im Angebot?

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