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Fünf Dinge, an denen die Beats-Übernahme noch hängt

26.05.2014 | 06:29 Uhr |

Woran hapert es bei der Beats-Übernahme noch? Das Billboard Magazine hat fünf gründe ermittelt. Einer davon ist ein über Indiskretion verärgertes Apple.

Als am Donnerstag, den 8. Mai 2014, durchsickerte, dass Apple in Verhandlungen für die Übernahme von Beats steckt, war der Abschluss des Deals innerhalb von wenigen Tage erwartet: Am folgenden Montag – spätestens am Dienstag – sollte die offizielle Bekanntgabe erfolgen.

Das ist jetzt mehr als zwei Wochen her und die Frist hat sich jetzt mehrfach verschoben, eine Bestätigung steht weiter aus. Die Kollegen von Billboard haben jede Menge Spekulationen zusammengetragen und in fünf Gründen, warum sich die Übernahme so unerwartet lange verzögert, zusammengefasst:

1.    „Die Übernahme ist kompliziert“

Es kann nicht am Geld liegen – Apple hat laut der letzten Quartalsbilanz geschätzte 138 Milliarden US-Dollar Bargeldrücklagen. Aber die Erwerb von Beats ist die größte Übernahme in Apples Geschichte und der erste richtig große Deal für Apple von Tim Cook. Der letzte Mega-Deal für Apple war der Kauf von Next inklusive der Rückkehr von Steve Jobs zu Apple in 1997. Weder für Apple noch für Cook sind Übernahmen in dieser Größenordnung Alltagsgeschäft.

2.    „Die Verhandlungen sickerten zu früh an die Medien durch“

Laut Billbords Insider-Quelle war Apple noch nicht durch alle möglichen Verhandlungspunkte. Kurz gesagt: Apple hatte zum Zeitpunkt der ersten Gerüchte noch keinen vollen Überblick, was genau die Firma für rund 3,2 Milliarden  US-Dollar erwerben wird. Auf der Oberfläche sind es geniale Hip-Hop-Werbestrategen mit Weitblick,  jede Menge Erfahrung in der Musikbranche, gute Vermarktung einer beliebten Marke und ein erfolgreicher Musikstreaming-Dienst. Unter der Oberfläche steckt jedoch weder eine Menge origineller Technologie noch viel geistiges Eigentum.

3.    „Dieses YouTube-Video löste Panik aus“

Die Gerüchteküche ist sich sicher, dass Apple fast der Schlag getroffen hat, als ein Video in YouTube veröffentlicht wurde, in dem Dr. Dre und das ehemalige Cola-Cola-Modell Tyrese sich in saftige Flüchen darüber auslassen, dass nach der Übernahme Dr. Dre der erste Hip-Hop-Milliardär sein wird. Während Apples Produkte und Apple Stores alle extrem gestylt und bahnbrechend sind, ist die Firma selbst äußerst konservativ und bestimmt nicht an solche Presse gewöhnt. Das führt auch gleich zum nächsten Punkt:

4.    „Wie passen Jimmy Iovine und Dr. Dre zu Apple“

Nach ersten Bestätigungen, dass die Mitbegründer Dre und Iovine jeweils eine Führungsposition in Apple annehmen werden, stellte sich prompt die Frage, welche Rolle sie spielen werden. Laut Spekulationen passt zu den Beats-Chefs besser eine Dauer-Berater-Rolle, als eine Managerposition in Apple. Auf der anderen Seite passen die beiden aber perfekt zum „Think different“-Profil von Apple und könnten der Firma aus der offensichtlichen Phase von Mangel an Selbstvertrauen heraushelfen.

5.    „Der Teufel steckt im Detail“

Viele Spekulationen lassen sich darüber aus, dass Apple Beats nicht wegen der Kopfhörer und Lautsprecher, sondern ausschließlich wegen dem Musikdienst übernimmt. Dagegen spricht die Tatsache, dass trotz jede Menge Werbung und einer Partnerschaft mit AT&T der Musikstreaming-Dienst Beats Music nur schleppend loslegte. Dafür aber spricht, dass Apple mit seinen 800 Millionen samt Kredit-Karte  registrierten iTunes-Kunden jetzt die ideale Ergänzung wäre, um dem Dienst auf eine neue Ebene zu verhelfen. Während Apples eigener Musikstreaming-Dienst iRadio immer noch nicht die erhofften Marktanteile einbrachte, könnte die Zusammenarbeit Apples nächste großer Durchbruch sein. Ursprünglich war Beats Music als von Beats unabhängiges Produkt auf den Markt gekommen und wurde von einer Reihe von Investoren unterstützt, wie zum Beispiel Len Blavatnik, Milliardär und Besitzer des Plattenlabels Warner Music Group.

Was ist Beats Music jetzt also genau wert – und wo liegt der Wert für Apple? Der Musikstreaming-Dienst hat bisher noch nicht den 200.000-Abonennten-Meilenstein erreicht und vor der Veröffentlichung einer Übernahme von Apple lag der Schätzwert bei „nur“ rund 200 Millionen US-Dollar. Laut einer Insider-Quelle von Billbord ist der Streit um den eigentlichen Wert ein weiterer Verzögerungspunkt in den Übernahmeverhandlungen.

Die Antwort auf alle Fragen kommt bestimmt – nächste Woche?

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