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Sharp erweitert den Farbraum

19.10.2009 | 13:17 Uhr

Sharp hat den Prototypen eines Fünf-Farben-Displays entwickelt. Zu den üblichen Grundfarben Rot, Grün und Blau kommen bei dem LCD-Bildschirm noch Cyan und Gelb.

Von Klaus Hauptfleisch

Das menschliche Auge kann mehr Farbnuancen erkennen und unterscheiden, als herkömmliche Bildschirme hergeben. Mit dem Versprechen, 99 Prozent der Oberflächenfarben darstellen zu können, hat der japanische Elektronikkonzern Sharp einen LCD-Prototypen entwickelt, der zu den drei Grundfarben Rot (R, RGB-Farbwert: 1;0;0), Grün (G, 0;255;0) und Blau (B, 0;0;255) auch Cyan (C, 0;255;255) und Gelb (Y wie englisch Yellow, 255;0;0) stellt. Bildschirme mit RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung erweitern zwar den NTSC- oder den Adobe-RGB-Farbraum immens, können aber doch nicht alle Farben in ihren unterschiedlichen Nuancen darstellen.

Das Standard-RGB-Schema deckt nur etwa 35 bis 60 Prozent der Oberflächenfarben ab. Cyan, in der Natur aufgrund bestimmter Lichtbrechungen als Himmels-, Wasser- und Eisfarbe erkennbar, auch Türkis genannt, bezeichnet als Komplementärfarbe zu Rot den Übergang von Blau zu Grün, liegt aber außerhalb des sRGB-Gamuts und kann daher in der Regel auf einem Computerbildschirm nicht richtig dargestellt werden. Gelb ist im RGB-Farbkreis wiederum die Komplementärfarbe von Blau. Mit den verschiedenen Gelbtönen tun sich Displays oft schwer, bei älteren DLP-Projektoren erscheint die Farbe oft etwas grünlich. Neuere DLP-Projektoren haben meist ein Farbrad mit fünf oder sechs statt der früher üblichen drei RGB-Farben, wodurch Farbverfälschungen gemindert werden.

"Auch die detaillierte Abgrenzung unterschiedlicher Gelbtöne, wie Zitronengelb oder dem Gelb einer Sonnenblume, ist mit dem Farbraum herkömmlicher LCD-Panels ungenau", erklärt Sharp-Manager Martin Beckmann und er fügt hinzu: "Unser neuer Fünf-Farben-LCD-Prototyp hingegen eröffnet dem meinschlichen Auge mit seiner unglaublichen Farbtiefe völlig neue Möglichkeiten und dem LC-Display eine unvergleichliche Bildqualität. 'Farbenprächtig' erhält damit eine völlig neue Bedeutung."

Das das RGBCY-Farbschema eine spezielle bildverarbeitende Elektronik erfordert, hat Sharp für den im Sommer auf der SID-Konferenz (International Display Symposium) in Texas erstmals vorgestellten Prototypen eine "Multi-Primary-Color-Technologie" verbaut. Als Green-IT-Beitrag sieht der japanische Hersteller die Fünf-Farb-Technologie auch, weil sich die Hintergrundbeleuchtung viel effektiver nutzen lässt, was auch den Stromverbrauch reduziert. Sharp will es bei dem Prototypen nicht belassen, sondern die Technologie bis zur Marktreife weiterentwickeln. Mögliche Anwendungen sollen nicht nur professionelle Monitore etwa für den Grafikbereich, sondern auch LCD-Fernseher für den Heimgebrauch sein.

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