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Fünf Jahre Siri: Was die Zukunft bringt

04.10.2016 | 08:30 Uhr |

Apples Sprachassistent wird auch in unserem Heim vermehrt zum Einsatz kommen - aber erst dann, wenn er besser versteht, was wir wirklich von ihm wollen.

Vor fünf Jahren stellte Scott Forstall während der Keynote am 4. Oktober Apples Sprachassistenten vor. Seit den ersten Tagen auf dem iPhone 4S hat sich Siri prächtig weiterentwickelt und ist nun nicht nur auf den iPhones, sondern auch auf den iPads, Apple Watches und – dank macOS Sierra – auch auf den Macs zu finden.

Dabei durchlaufen all die intelligenten Sprachassistenten gerade einmal ihre Anfangsphase. Fünf Jahre Entwicklungszeit sind in der Technologiegeschichte nur ein Wimpernschlag. Die nächsten paar Jahre werden daher für Apples Siri, Microsofts Cortana, Amazons Alexa und Google Now in Sachen Fortschritt sehr wichtig sein.

SiriKit: Heute und Morgen

Apple hat Entwicklern Schnittstellen bereitgestellt, ab iOS 10 kann Siri nun zur Steuerung von sechs verschiedenen Arten von Apps genutzt werden:

  • Buchungen

  • Nachrichten

  • Foto-Suche

  • Bezahlungen

  • VoIP-Anrufe

  • Workouts

Sobald die Apps das entsprechende Siri-Feature integriert haben, kann man via Sprachbefehl die unterschiedlichsten Dinge veranlassen. Manche Apps wurden bereits am Release-Tag von iOS 10 mit dieser Funktion ausgerüstet, die meisten Apps können allerdings noch nicht über Siri gesteuert werden. Dies wird sich jedoch aller Voraussicht nach in den nächsten Monaten rapide ändern. Sobald die Apps mit einem Update dieses Feature ermöglichen, beginnt gleichzeitig auch die Weiterentwicklung der Fähigkeiten von Siri.

Die nächste große Frage ist, wie sich SiriKit von heute an weiterentwickeln wird. Es ist nachvollziehbar, dass Apple zunächst die Nutzung von Siri in Drittanbieter-Apps auf bestimmte Kategorien einschränkte, doch für die Weiterentwicklung wäre ein breiteres App-Spektrum von Vorteil.

Die Unterstützung von Medienverwaltung scheint zum Beispiel ein recht sinnvolles Feature zu sein. Wäre es nicht großartig, wenn man Siri bitten könnte, die nächste Folge einer Serie auf Netflix zu starten, oder etwa einen Song auf Spotify zu finden? Aber auch für Google Maps würde sich ein Siri-Feature mehr als nur anbieten.

Dass Apple das SiriKit aber noch vor iOS 11 aufrüsten wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Bis zur nächsten Worldwide Developer Conference im kommenden Jahr wird Siris Fortschritt daher von bereits existierenden und noch unter iOS 10 entwickelten Apps abhängig sein.

Siri als Hardware?

Als Blaupause der Ära der intelligenten Sprachassistenten lässt sich Amazons intelligenter Lautsprecher Echo verstehen – und nun könnte auch Apple in diese Richtung gehen. Gerüchten zu Folge soll Apple an einer Art Siri zum Anfassen arbeiten, einem intelligenten Hardware-Sprachassistenten.

Ein solches Produkt hätte großes Potential für Apple. Betrachten wir das Ganze nur einmal von der Perspektive von Apple Music: Ein mit Siri betriebener Lautsprecher könnte nicht nur Apple Music revolutionieren und es zu einem festen Bestandteil im Haus der Anwender machen.

Natürlich könnte somit auch Siri neu erfunden werden, wobei es dafür jedoch deutlich leistungsstärker werden müsste. Bisher liefert Siri in vielen Fällen keine brauchbaren Informationen, sondern verweist auf Webseiten. Mit einem Gerät, welches möglicherweise kein Display verbaut hat, gehörte so was der Vergangenheit an – vorausgesetzt, dass die Technik entsprechend abliefert.

Darüber hinaus findet Apples HomeKit-Technologie immer mehr Anklang. Mit einem Siri-Lautsprecher ließe sich somit beispielsweise das gesamte Smart Home mit der eigenen Stimme kontrollieren.

Oberste Priorität: Intelligenter werden

Ganz egal, wie viele Apps mit Siri verbunden sind, ganz egal, wie viele Siri-Versionen in Apples Hardware stecken: Der Erfolg dieser Technik hängt einzig und allein davon ab, wie gut sie uns und unsere Befehle und Fragen verstehen kann.

Im einen Moment scheint Siri unglaubliche Arbeit zu leisten, doch im anderen Moment wird diese Erfahrung durch klägliches Versagen seitens Siri zerstört. Zu oft ist man frustriert, weil Siri offensichtlich keine Ahnung hat, was wir von ihr wollen. Im Vergleich zu der Konkurrenz scheint Siri sogar in gewissen Punkten weit hinterher zu sein.

Ohne Zweifel werden diese sogenannten intelligenten Sprachassistenten in der Zukunft eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Die Ankündigung von Siri vor fünf Jahren war ein Meilenstein auf unserem Weg in die Zukunft. Allerdings existieren noch sehr viele Meilensteine, die  noch erreicht werden müssen.

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