913860

"Für meine Studenten das Beste"

29.07.2003 | 09:30 Uhr |

Apple sponsort Mac-OS-X-Labor am Lehrstuhl von Professor Bernd Brügge für angewandte Softwaretechnik an der TU München

Macs in der Uni? Da denkt man noch an Grafikdesigner oder gerade mal Innenarchitekten. Dass aber auch Informatiker einen Mac als Arbeitswerkzeug in der Wissenschaft einsetzen, erwarten nur wenige. Genau das und der innovative Arbeitsansatz von Bernd Brügge gaben aber den Ausschlag für eine 50.000 Euro schwere Förderung der Europa-Zentrale von Apple. Brügge ist Professor für angewandte Softwaretechnik an der TU München, an seinem Lehrstuhl wurde vergangenen Donnerstag das Mac-OS X Labor "Aquarium Extreme" mit 16 Dual 1,25-GHz Power Mac G4 samt Cinema Displays und einen Xserve mit angeschlossenem RAID-System eingeweiht. Die Hälfte der Arbeitsplätze und den Server habe Apple bezahlt, erklärt Jan Sperlich, Sales Manager bei Apple. Bewerber für diese Förderung gab es mehrere, doch sieht Apple in der TU München eine langfristige Investition: "Das Lab könnte sich als Drehscheibe für den Informationsaustausch unter Wissenschaftlern etablieren", begründet er die großzügige Spende. Die Nähe zur Deutschlandzentrale sei angenehmer Nebeneffekt.

Aquarium vor Aqua

Obwohl die Idee des Labors nicht vollkommen neu ist. "Auf Aquarium sind wir wegen des Designs der ersten Rechner gekommen", erzählt Brügge. Bis vor kurzem standen dort noch blau-weiße Power Mac G3 Rechner, daher der Name. Dass Apple kurze Zeit später die Oberfläche von Mac-OS X Aqua benannt hat, war eher ein Zufall. Da die Blue-and-Whites für Mac-OS X und die ambitionierten Projekte der Studenten mittlerweile stark in die Tage gekommen sind, war es an der Zeit über ein Upgrade nachzudenken. Da es mehr als nur die Bewerbung der Münchner für den Topf gab, hatte den Ausschlag für die TU letztlich die Nähe Brügges zum Mac gegeben: Schon seit den Anfängen des Macintosh forscht und lehrt er an den Computern aus Cupertino. Aus einer persönlichen Bekanntschaft zu Bruce Horn, einem der Entwickler des ersten Finder, ist er 1984 auf den Mac gestoßen. Seither hat ihn die Plattform nicht mehr los gelassen und er dürfte mit seinem Knowhow ein Pionier sein. Seine Begeisterung für die Plattform spiegelt sich in seinen Projekten und den Arbeiten seiner Studenten wider.

Auszeichnung für Hydra

Heute stehen WebObjects oder die Entwicklung auf Java auf seinem Lehrplan. So springt sein Spirit auf seine Studenten über. "Ich bin erst durch die Ausbildung hier auf den Mac gestoßen", sagt Dominik Wagner, ein begabter Informatik-Student, der mit drei weiteren talentierten Kommilitonen erst kürzlich auf der WWDC 2003 in San Francisco mit dem Apple Design Award für die Software "Hydra" in der Kategorie "Best Mac OS X Student Product" ausgezeichnet wurde. Hydra ist ein Rendezvous-basierter Groupware-Editor, der sich dazu eignet, in einem lokalen Netz gleichzeitig an einem Dokument gemeinsam zu arbeiten. Scheinbar hat die simple und doch effektvolle Entwicklung auch bei den Apple-Entwicklern Eindruck schinden können.‚

Bernd Brügge lehrt angewandte Softwaretechnik gemäß dem Problemlösungsansatz von Apple. Bei ihm lernen Studenten, wie sie Probleme aus der Praxis herunter brechen können und mit den Mitteln der klassischen Informatik lösen. Der Mac ist für ihn dabei ein wesentliches Arbeitsmittel. Fast schon selbstverständlich, dass auch die gesamte Verwaltung des Lehrstuhls auf Macs arbeitet. Gegenüber den Dual-Prozessor-Boliden im Labor gibt sich Brügge selbst genügsam: Er arbeitet lediglich auf einem Cube. Der leise Würfelmac reiche für seine Arbeit vollkommen aus, nur "für meine Studenten das Beste".

Hier geht es zur :Bildergallerie

0 Kommentare zu diesem Artikel
913860