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Prognosen und Wünsche für Mac-OS X 10.7 Lion (Upd)

18.10.2010 | 10:20 Uhr |

Voraussichtlich 2011 erscheint 10.7 Lion, schon am 20. Oktober gibt Apple eine Vorschau darauf. Hier sind unsere Wünsche an 10.7 und einige Prognosen.

Dienste von Mac-OS X 10.5: aufmacher
Vergrößern Dienste von Mac-OS X 10.5: aufmacher

Laut Apples langfristigem Plan für Mac-OS X soll 10.7, das vermutlich den Spitznamen "Lion" tragen wird, wieder mehr mehr neue Funktionen bekommen. Die aktuelle Version 10.6 Snow Leopard dagegen sollte eher technische Verbesserungen bringen. Dieses Vorhaben lässt viel Raum für Spekulationen und Einschätzungen. Schwächen und Macken in Mac-OS schüren zusätzlich die Hoffnung auf Verbesserungen.

Die Wünsche der Macwelt-Redaktion an Mac-OS X 10.7 Lion:

  • Verbesserter Finder

Der Finder hätte schon länger eine Renovierung verdient. Als wichtigstes Schauglas in das System sollte er mehr Funktionen und mehr Möglichkeiten bieten, gleichzeitig aber auch komfortabler werden. Wünschenswert wäre ein "Tabbed Finder", also Finderfenster mit Tabs wie in Safari. Dies erlaubt es, mehrere verschiedene Orte im Finder schnell griffbereit zu haben, ohne dafür wie heute etliche Finderfenster gleichzeitig offen lassen zu müssen.

Die Drittanbietersoftware Pathfinder bietet einige Inspirationen für Finderfunktionen.
Vergrößern Die Drittanbietersoftware Pathfinder bietet einige Inspirationen für Finderfunktionen.

Auch die Seitenleiste des Finders, das wohl wichtigste Navigationsinstrument, könnte mit Mac-OS X 10.7 flexibler werden. Warum kann man seine wichtigsten Verknüpfungen dort nicht frei anordnen und "Geräte", "Orte" oder "Freigaben" untereinander mischen? Zudem würden wir uns noch weitere Vorschaufunktionen wünschen. Quicklook, das schnelle Öffnen mit der Leertaste und die Medienvorschau von 10.6 in den Dateisymbolen sind schon ein toller Anfang.

  • Touch-Bedienung

Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass es derzeit einen Trend hin zur Touchbedienung gibt. Am Desktoprechner ist dies aber derzeit noch kaum sinnvoll. Hier fehlt es schlicht an sinnvollen Eingabegeräten. Apples Magic Trackpad ist ein netter Anfang, bleibt aber dennoch vor allem ein einfacher Mausersatz. In Zukunft erhoffen wir uns von Apple nach und nach praxistaugliche Lösungen, wie Gestensteuerung und Toucheingaben, die auch am Desktop funktionieren können und die Abstraktionsebene "Computermaus" ein wenig unwichtiger machen. Denkbar wäre auch die Möglichkeit, iPhone-Apps als eine Art Widgets zu nutzen.

Nur der Anfang? Auf das Magic Trackpad könnten weiter Touch-Produkte folgen.
Vergrößern Nur der Anfang? Auf das Magic Trackpad könnten weiter Touch-Produkte folgen.

Viele betrachten die Einladung zum "Back to the Mac"-Event als Hinweis auf Touch-Bedienung, da der graue Hintergrund auf dem Bild wie ein Trackpad aussieht. Es könnte zunächst auch kleinere Schritte geben, wie eine Kombination aus Touchpad und Tastatur.

  • Face Time

Apples Videotelefonie für iOS ist zwar ein netter Ansatz, hier fehlt es aber noch deutlich an potenziellen Gesprächspartnern. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn auch Macs in der Lage wären, Videogespräche mit iPhones und iPods zu führen. iChat wäre der geeignete Kandidat dafür, für Face Time aufgerüstet zu werden.

  • Quicktime-Player

Quicktime X und der neue Player sind zwar schlank und schnell, jedoch hat Apple hier so viele erweiterte Funktionen weggelassen, dass man den alten Quicktime Player 7 optional zusätzlich installieren kann - oder muss. Hier sollte Apple nachlegen und auch dem neuen Player Funktionen wie Im- und Export einzelner Medienspuren nachrüsten oder genauere Konvertierungseinstellungen erlauben.

  • Alles in der Cloud

Die Baustelle des Apple-Rechenzentrums. (Stand Februar 2010)
Vergrößern Die Baustelle des Apple-Rechenzentrums. (Stand Februar 2010)

Apple baut aktuell ein riesiges Rechenzentrum in den USA und hat damit offenbar Großes vor. Viele vermuten bereits seit Monaten, dass Apple eines Tages einen Streamingdienst für iTunes anbieten wird. So könnte man Musik streamen statt lokal auf der Festplatte speichern. Zudem könnte es einen mobilen Streamingdienst geben: Apple überprüft, welche Musiktitel man besitzt und schon kann man von überall aus auf diese Musikstücke im iTunes Store zugreifen.

Auch abseits der Unterhaltung bieten sich Möglichkeiten. Mit iWork.com hat Apple bereits einen Ansatz eines Online-Kollaborationsdienstes. Dies sollte das Unternehmen weiter verfolgen und die Verknüpfung von On- und Offlinedokumenten ausbauen, Echtzeit-Kollaboration erlauben und vieles mehr.

Detailverbesserungen als mögliche Neuerungen

  • Sandbox: Programme wie Safari können in Zukunft (optional) in einer Art Käfig laufen und nur Zugriff auf begrenzte Bereiche des Systems haben. Dies erhöht die Sicherheit.

  • System-Programme wie Mail oder iCal könnten stark überarbeitet werden. Gerüchtehalber sollen dieser Anwendung optisch ihren Pendants ähnlicher werden.

  • Einheitliche Installationsroutine: Bislang hat der Nutzer kaum einen Überblick darüber, wo ein Programm bei der Installation Dateien kopiert. Viele Anwendungen haben zusätzlich auch keinen Uninstaller, der alle Dateien wieder entfernt. Hier könnte Apple nachlegen und die Anwendungsverwaltung einfacher machen

  • ZFS -Unterstützung: Das neue Dateisystem wurde schon für 10.6 Snow Leopard erwartet. Mit 10.7 Lion könnte es tatsächlich so weit sein.

  • Auflösungsunabhängige Oberfläche: Apple arbeitet bereits seit 10.5 Leopard daran, die Oberfläche des Systems nach und nach unabhängig von der Bildschirmauflösung zu gestalten. Dann entscheidet nur der Nutzer darüber, wie groß Schrift und Symbole sind. Diese müssen dazu frei skalierbar sein.

  • Trim-Befehl : Diese Funktion sorgt dafür, dass SSD-Festplatten freigegebenen Platz löschen, damit dieser Bereich überschrieben werden kann. Ansonsten kann es vorkommen, dass die Schreibgeschwindigkeit der schnellen Flashfestplatten in die Knie geht, wenn die Platten annähernd voll ist.

  • Verschlüsselung der gesamten Festplatte: File Vault sperrt bislang leider nur den Nutzerordner ab, nicht den Rest der Festplatte.

  • Lesen und Schreiben auf NTFS-Laufwerken.

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